Mai-Zahlen
Erneut weniger US-Aufträge für Gebrauchsgüter

Die Auftragseingänge bei der US-Industrie für langlebige Güter sind im Mai überraschend erneut gesunken. Insgesamt nahmen sie gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent ab, nachdem die Nachfrage im April revidierten Zahlen zufolge schon um 4,7 Prozent nachgegeben hatte.

ari DÜSSELDORF. Ohne die stark schwankende Nachfrage nach Flugzeugen sieht die Entwicklung aber nicht so negativ aus. Klammert man die Güter des Transportwesens aus, erhöhten sich die neuen Bestellungen für Gebrauchsgüter im Monatsvergleich um 0,7 Prozent. Im April war diese Kennziffer noch um ein Prozent gesunken.

Obwohl die Nachfrage nach langlebigen Gütern der US-Industrie häufig starken Schwankungen ausgesetzt ist, lesen Volkswirten aus den monatlich vom US-Handelsministerium veröffentlichten Werte insbesondere Tendenzen für die Investitionstätigkeit in den USA heraus. Meist werden dazu aus der Gesamtentwicklung dieser Auftragseingänge, in denen die Nachfrage für kurzlebige Verbrauchsgüter nicht enthalten ist, bestimmte Untergruppen wie Transport- und Rüstungsgüter ausgeklammert.

Eine dieser Kennziffern ist beispielsweise, wie stark sich die Bestellungen von Investitionsgütern ohne Rüstungsgüter und ohne Flugzeuge verändert haben. Für Mai weist die Statistik des Handelsministeriums dafür ein Plus gegenüber dem Vormonat von einem Prozent aus. Der Rückgang von 1,9 Prozent im April konnte damit zwar nicht ausgeglichen werden, aber schließlich hatte es im März hier bereits ein Plus von 3,4 Prozent im Monatsvergleich gegeben.

Die Volkswirte der Commerzbank sehen bei den Auftragseingängen für langlebige Güter weiterhin einen intakten Aufwärtstrend. Die Zahlen deuten ihrer Ansicht darauf hin, dass die Ausrüstungsinvestitionen in den USA im zweiten Quartal "mit einer laufenden Jahresrate von 8 bis 10 Prozent steigen". Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die Ökonomen der HSBC-Group. Da die Zahl der noch nicht abgearbeiteten Aufträge rund ein Fünftel über Vorjahresniveau liegt, halten sie den zugrunde liegenden Investitionstrend außerdem immer noch für robust. Gerald Müller, Commerzbank-Experte für die US-Konjunktur, befürchtet aber, dass das nach wie vor günstige Investitionsklima die erwartete Abschwächung bei der Konsumnachfrage in den USA "nicht gänzlich" ausgleichen kann.

Die Nachfrage nach Transportgütern ist im Mai den zweiten Monat in Folge gesunken: um 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, in dem sie schon um 12,7 Prozent eingebrochen war. Allein die Flugzeugbestellungen verloren zuletzt rund 18 Prozent an Höhe. Gleichzeitig wurden allerdings ein gutes Viertel mehr Bestellungen für Militärflugzeuge registriert.

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