Mai-Zahlen
Hypothekenvergabe in Großbritannien läuf schleppend

Das Wachstum bei der Hypothekenvergabe in Großbritannien ist im Mai auf ein Rekordtief zurückgefallen. Zugleich verharrte die Geldmenge auf dem Niveau des Vormonats, wie aus Daten der britischen Notenbank vom Montag hervorgeht. Das deutet auf weitere Preisrückgänge am Immobilienmarkt hin.

HB LONDON. Experten sehen das magere Wachstum als Anzeichen dafür, dass das milliardenschwere Wertpapier-Ankaufprogramm der Bank von England bislang noch kaum Auswirkungen auf die Kreditvergabe hat. Die Daten seien enttäuschend, sagte Philip Shaw, Chefvolkswirt von Investec.

Die Vergabe von Hypothekenkrediten stieg lediglich um 324 Mio. Pfund und damit nur ein Drittel so stark wie von Fachleuten vorhergesagt. Das war zudem der geringste Anstieg seit Beginn entsprechender Datenerhebungen im April 1993. Auch wurden weniger Hypotheken genehmigt als erwartet. Das deutet auf weitere Preisrückgänge am Immobilienmarkt hin. Großbritannien kämpft derzeit wie die USA, Spanien und einige andere Länder mit dem Ende eines Immobilienbooms, das Finanzsystem und Wirtschaft tief in die Krise gestürzt hat.

Die Geldmenge verharrte im Mai auf dem Niveau des Vormonats, nachdem sie im April noch um 0,1 Prozent zugelegt hatte. Viele Unternehmen zahlen derzeit ihre Schulden zurück und verschieben Investitionen. Diese Daten könnten die Notenbanker ernüchtern, die zuletzt von ersten Anzeichen dafür gesprochen hatten, dass die lockere Geldpolitik ihren Weg in die Wirtschaft findet.

Die Bank von England hat ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt und kauft Wertpapiere für insgesamt bis zu 125 Mrd. Pfund auf. Volkswirt Shaw verwies aber darauf, dass es möglicherweise noch zu früh ist, um die Auswirkungen dieser Geldspritze zu sehen. "Dennoch mag der eine oder andere auf positive Zahlen in den vergangenen beiden Monaten gehofft haben."

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