Mai-Zahlen
US-Arbeitsmarkt überrascht positiv

In den Vereinigten Staaten sind im Mai mehr Stellen als erwartet entstanden. Zudem kletterten das Verbrauchervertrauen der Einkaufsmanagerindex als Indikator für das verarbeitende Gewerbe deutlich. Positive Nachrichten gab es zum Ende der Woche einmal mehr auch aus der Euro-Zone.

doh | WASHINGTON. Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich von der schwachen Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft bislang unbeeindruckt. Das geht aus am Freitag veröffentlichten Daten hervor. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft stieg im Vormonatsvergleich um 157 000, teilte das Arbeitsministerium mit. Damit fiel der Stellenzuwachs deutlich höher aus als von vielen Volkswirten erwartet.

Die zurückhaltenden Schätzungen der Experten lassen sich auch auf die schwache Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal zurückführen. Von Januar bis März war die US-Wirtschaft um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit nur etwa halb so stark gewachsen wie zunächst gemeldet. Das hatte das US-Handelsministerium Ende vergangener Woche bekannt gegeben. Damit wurde das geringste Wachstum seit dem vierten Quartal 2002 verzeichnet. Ausschlaggebend für die deutliche Abwärtsrevision waren fallende Lagerbestände und höhere Importe.

Wie solide sich der Arbeitsmarkt entwickelt hat, signalisiert auch die Arbeitslosenquote, die im Mai bei 4,5 Prozent verharrte. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit stieg wieder. Ökonomen rechnen angesichts dieser Daten damit, dass sich der Konsum weiter stark entwickeln und das Wachstum stärken dürfte. Er trägt zu etwa zwei Dritteln zum Bruttoinlandsprodukt der USA bei. Wie gut die Stimmung der US-Verbraucher derzeit ist, zeigt ein von der Universität Michigan berechneter Index: Er stieg im Mai deutlich.

Der Stellenzuwachs ging ausschließlich auf das Konto des Dienstleistungssektors und des Staates: Im Servicesektor entstanden 176 000 neue Stellen, der US-Staat schuf 22 000 neue Arbeitsplätze. Im Bau stagnierte die Beschäftigungsentwicklung zwar, angesichts der schwächelnden US-Bauwirtschaft war das aber eine positive Überraschung.

Gesunken ist die Zahl der Stellen dagegen im verarbeitenden Gewerbe: um knapp 20 000. Das dürfte sich in den kommenden Monaten aber ändern, signalisiert der US-Einkaufsmanagerindex des Institutes for Supply Management (ISM). Das Barometer, das die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe misst, ist im Mai unerwartet gestiegen. Das teilte das Institut am Freitag mit. Der Index kletterte auf 55,0 Zähler von 54,7 Punkten im Vormonat. Werte oberhalb der 50-Punkte-Marke deuten auf ein Wachstum des Sektors hin. Vor allem die Indizes für Produktion und Auftragseingänge verzeichneten im Mai die höchsten Werte seit einem Jahr.

Die Euro-Zone legte im ersten Quartal dieses Jahres unverändert robust zu: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte auf Quartalssicht um 0,6 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent. Das teilte Eurostat am Freitag im Rahmen der zweiten Veröffentlichung mit. Damit bestätigten die Statistiker die Rate für das Wachstum gegenüber dem Vorquartal, revidierten allerdings die Jahresrate leicht, um 0,1 Prozentpunkte, nach unten. Im gesamten Jahr 2006 war das BIP im Euro-Raum um 2,8 Prozent gestiegen.

Trotz der guten Zahlen hat die Kommission der Europäischen Union ihre Wachstumsprognose für das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone im zweiten und dritten Quartal des laufenden Jahres leicht nach unten korrigiert. Sie prognostiziert nun ein BIP-Anstieg im zweiten und dritten Quartal von jeweils 0,4 bis 0,8 Prozent und senkte damit die obere Spanne leicht ab. Die Prognose für das vierte Quartal ließ die Kommission mit 0,2 bis 0,8 Prozent unverändert.

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