Mario Draghi: EZB-Präsident stellt Konzept für Anleihenkauf vor

Mario Draghi
EZB-Präsident stellt Konzept für Anleihenkauf vor

Vieles deutet darauf hin, dass die EZB bei ihrer nächsten Ratssitzung den Kauf von Staatsanleihen beschließt. Nun nimmt offenbar auch die Art und Weise der Anleihenkäufe Gestalt an. Auch eine „Obergrenze“ ist geplant.
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HamburgDie Art und Weise, wie die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen kaufen könnte, nimmt offenbar Gestalt an. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete, sollen die nationalen Zentralbanken nur Anleihen des eigenen Landes kaufen und halten. EZB-Präsident Mario Draghi soll Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) das Konzept am Mittwoch vorgestellt haben. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass Merkel Draghi am Mittwoch getroffen hatte. Es handelte sich demnach um einen regelmäßig stattfindenden Austausch.

Im Kampf gegen niedrige Inflation und schwache Konjunktur in der Eurozone deutet vieles darauf hin, dass die EZB schon bei ihrer nächsten Ratssitzung am 22. Januar den Kauf von Staatsanleihen beschließt. Wie genau der Kauf abgewickelt wird, ist bislang unklar.

Sollte jede nationale Notenbank nur Anleihen des eigenen Landes kaufen, hat dies dem „Spiegel“ zufolge den Vorteil, dass kein Land Haftungsrisiken für andere Länder übernimmt. Besonders in Deutschland ist die Sorge davor groß. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sprach sich immer – auch wegen möglicher Haftungsrisiken – gegen Staatsanleihenkäufe durch die EZB aus.

Das Magazin berichtet darüber hinaus, dass die EZB eine „Obergrenze“ für die Anleihenkäufe plane. Jede Notenbank dürfe Staatsanleihen nur in Höhe von 20 bis 25 Prozent der Schulden des eigenen Landes kaufen. Griechenland ist dem Bericht zufolge sogar von dem Programm ganz ausgeschlossen. Der Chef der niederländischen Notenbank Klaas Knot sprach sich im „Spiegel“ dafür aus, mögliche Anleihenkäufe den nationalen Notenbanken zu übertragen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Draghi hat nach Halloween mal wieder das Deflationsgespenst und die niedrige Inflationsrate aus dem Schrank geholt und alle kuschen. Wir haben keine Deflation sondern eine niedrige Inflation und genau das ist der Job einer Zentralbank.

    Verschwiegen wird von der EZB:
    In der EU produzierte Güter und Dienstleistungen werden z.Z. deutlich teurer als die offiziell verkündete Inflationsrate. Aber importierte Güter wie Kleidung; Schuhe Elektronik werden durch ein immer skrupelos werdendes Lohndumping und den Ölüberschuss immer billiger. Diese importierte niedrige Inflation liefert für die EU Wirtschaft ein gigantisches Investitionsprogramm das beim Bürger Geld (geschätzt über 200 Mrd.), frei macht um in der EU produzierte Güter und Dienstleistungen zu kaufen. Draghis Machenschaften bremsen diesen Mechanismus genau aus. Sinnvoller wären hier Mindeststandards bei Löhnen in den Dumpingländern die bis zu 30 Cent pro Stunde heruntergehen:
    Die paar Cent mehr für ein T-Shirt oder ein paar Turnschuhe akzeptiert sicher jeder. Draghi hat seine Inflationsrate. Problematik der Wirtschaftsfüchtlinge reduziert sich. Durch Wirtschaftswachstum in den Ländern ergeben sich auch Chancen für die EU Länder. Einzige Verlierer sind die Bunga Bunga Finanzjongleure.

    Aber das Ziel von dem Ganzen sind hier im wesentlichen Insidergeschäfte der Investmentbanks zu stabilisieren. Am 29.12 hat Italien grosse Anleihen für überraschend nur rund 2% Zinsen aufgenommen. Kommentar Draghi dazu : Die Märkte haben Entscheidungen der EZB vorweggenommen. Woher wussten die von den Entscheidungen ? Draghi hat anscheinend mal wieder in seinem alten Job als italienischer Notenbankpräsident gearbeitet.
    Als älterer Mensch kann ich mir vorstellen wo das hinführt. Aus der wertvollen 1000 Lira Note wurde mal eine 1 Lira Münze. Der deutsche Sprer wird diese Finanzpolitik mit der Entwertung seiner privaten Altersvorsorge (Lebensversicherungen, Bausparverträge, private Rentenversicherungen, Sparbuch) bezahlen.

  • Volksverdummung pur !!!
    Wieder einmal soll kein anderes Land Haftungsrisiken für ein anderes Land übernehmen. Diese Lüge kennen wir schon. Das hat uns die CDU schon bei Einführung des Euro versprochen !!! Das ist an Dreistigkeit und Verlogenheit nicht mehr zu überbieten. Haben wir keine Haftungsrisiken für Griechenland, Portugal, Spanien und den Rest der Pleitestaaten übernommen !! Und die Presse schweigt dazu - eine Schande !

  • Wieso nur Goldmann Sachs ? auf einem Bein steht man doch schlecht.
    Man wundert sich in der Branche, daß Stanley Morgan so oft richtig liegt und Milliardengewinne macht, wenn auf Entscheidungen der EZB spekuliert wird. Ratet mal wo Giacomo Draghi (Draghis Sohn) arbeitet. Hat der nicht auch ein Überseekonto ?

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