Markit-Index
Euro-Industrie sackt weiter ab

Seit Jahren lief das Industrie-Geschäft in der Euro-Zone nicht mehr so schlecht, wie im vergangenen Quartal. Doch den konjunkturellen Tiefpunkt sieht das Markit-Institut überwunden. Dafür gebe es ein neues Sorgenkind.
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BerlinDie Geschäfte der Industrie in den Euro-Ländern liefen im Sommer-Quartal so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex stieg zwar im September um 1,0 auf 46,1 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter Tausenden Firmen mitteilte. Das Barometer verharrte damit aber den 14. Monat in Folge unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. "Auch wenn der Rückgang etwas weniger stark ausfällt, hat die Industrie in der Euro-Zone das schlechteste Quartal seit drei Jahren hinter sich", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Produktion, Auftragseingang und Exportbestellungen gingen jeweils zurück. Die Unternehmen bauten deshalb erneut Stellen ab. "Das Abgleiten der Euro-Zone in eine erneute Rezession dürfte im dritten Quartal damit unausweichlich sein", sagte Williamson. Im ersten Jahresviertel hatte das Bruttoinlandsprodukt noch stagniert, während es im Frühjahrsquartal um 0,2 Prozent schrumpfte.

Markit sieht aber auch Indizien dafür, dass die Währungsunion ihren konjunkturellen Tiefpunkt hinter sich hat. "So vermeldeten Deutschland, Italien und Spanien die schwächsten Wachstumseinbußen seit Februar, während der niederländische Industriesektor im September die höchste Zuwachsrate seit über einem Jahr verzeichnete", sagte Williamson. Das neue Sorgenkind heiße Frankreich. Dort lief es für die Industrie so schlecht wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Die Euro-Länder leiden unter eine schwachen Binnennachfrage, weil viele Regierung im Kampf gegen die Schuldenkrise Steuern erhöht und Ausgaben gekürzt haben. Hinzu kommt die Flaute im Welthandel, die die Exporte belastet. Die Welthandelsorganisation WTO hat erst vor wenigen Tagen ihre Prognose für das globale Exportwachstum in diesem Jahr von 3,7 auf 2,5 Prozent gesenkt. Für 2013 wurde die Vorhersage von 5,6 auf 4,5 Prozent zurückgenommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Markit-Index: Euro-Industrie sackt weiter ab"

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  • *gäääääähn*

    ...wann denkt endlich mal ein mensch darüber nach, daß wir hier in Deutschland die Soziale Marktwirtschaft haben, wie die aufgebaut ist und was wir seit 1948 daraus gelernt haben? Wenn wir Bürger dann noch ein europäisches Netzwerk der Kammerberufe, Versorgungswerke, Berufständischen Organisationen usw ins Leben rufen, erzeugen wir damit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein europäiches Wirtschaftwunder, wenn wir den Menschen in den umliegenden Eurostaaten erklären, wie das bei uns funktioniert hat? Immerhin haben wir ja mit der Sozialen Marktwirtschaft schon relativ früh auch umlageorientierte Krankenkassen erfunden, die ja getrennt von Steuern zu betrachte sind. Es ist so einfach^^

    ...irgendeiner wird schon irgendwann darüber nachdenken

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