Markit-Index
Privatwirtschaft in prächtiger Laune

Die Privatwirtschaft in Deutschland geht mit Schwung ins Schlussquartal 2010, denn die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern brummen, was sich positiv auf die Beschäftigtenzahlen auswirkt. Der Markit-Einkaufsmanagerindex, Stimmungsbarometer für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, verfehlte nur knapp sein Drei-Jahres-Hoch.
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HB BERLIN. Dienstleister und Industrie steigerten ihre Geschäfte im Oktober stärker als zum Schluss des Sommerquartals, wie die Markit-Experten am Donnerstag zu ihrer Umfrage unter mehreren hundert Unternehmen mitteilten. Zugleich stockten sie ihre Belegschaften so stark auf wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. „Das sollte die Stimmung bei den Verbrauchern stärken und einen Unterstützungspfeiler für die konjunkturelle Erholung darstellen“, sagte Markit-Volkswirt Tim Moore.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister stieg auf 56,6 Zähler von 54,9 Punkten im Vormonat. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit 54,8 Zählern gerechnet. Das Barometer verfehlte damit das Drei-Jahres-Hoch vom August nur knapp und signalisiert zudem bereits den 15. Monat in Folge Wachstum. Es sei ermutigend, dass die Dienstleister damit die schwächeren Zuwächse in der Industrie zumindest zum Teil wettmachen könnten, sagte Moore.

Der BME/Markit-Index für die Industrie stieg auf 56,1 Zähler nach 55,1 Punkten im September, während hier Experten mit einem Rückgang auf 54,6 Punkte gerechnet hatten. Damit kam der Sektor zwar wieder etwas stärker in Fahrt, nach einem Dämpfer im September. Allerdings bleiben die Zuwachsraten deutlich unter denen des ersten Halbjahres. „Die Daten zeigen, dass die Privatwirtschaft gerade eine holprige Phase der Erholung durchmacht“, sagte Moore. „Die Industrie fällt hinter das außerordentliche Wachstum zurück, das in der ersten Jahreshälfte zu erkennen war.“

Zugute kam der Industrie ein kräftiges Auftragsplus. Vor allem aus dem Inland kamen spürbar mehr Bestellungen, aber auch die Auslandsnachfrage zog so stark an wie seit drei Monaten nicht mehr. Die Dienstleister zehrten dagegen vor allem von ihren Auftragsbeständen. Der Auftragseingang stieg zwar den vierten Monat in Folge, der Zuwachs war aber geringer als noch im September. Zu schaffen machten den Firmen die steigenden Kosten, die Industrie bekam zudem Lieferengpässe zu spüren. Es gelang den Unternehmen jedoch stärker als in den Vormonaten, einen Teil der höheren Kosten an ihre Kunden weiterzureichen; sie hoben die Preise so stark an wie seit zwei Jahren nicht mehr.

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