Markit-Institut
Deutsche Wirtschaft auf Talfahrt

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft hat im November um 0,2 auf 47,7 Punkte zugelegt. Damit verharrt das Barometer aber deutlich unter der Marke von 50 Zählern, was bedeutet: Es ist kein Wachstum in Sicht.
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BerlinDie deutsche Wirtschaft ist im November in kaum vermindertem Tempo geschrumpft. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft legte um 0,2 auf 47,7 Punkte zu, teilte das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 1000 Firmen mit. Das Barometer verharrte aber deutlich unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. „Die deutsche Wirtschaft dürfte das Jahr wohl in kläglichem Zustand beenden“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Europaweit legte der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft 0,1 Punkte zu und liegt nun bei 45,8.

Insbesondere die deutschen Dienstleister verschärften ihre Talfahrt. Deren Einkaufsmanagerindex gab um 0,4 auf 48,0 Punkte nach. Das ist der tiefste Stand seit rund dreieinhalb Jahren. Ihre Aussichten schätzt die Service-Branche so schlecht ein wie zuletzt im März 2009, als die Finanzkrise der deutschen Wirtschaft zusetzte. „So befürchten die Dienstleister im nächsten Jahr nicht nur Budgetkürzungen auf Kundenseite, sondern auch weitere negative Auswirkungen der Euro-Krise auf die deutsche Konjunktur“, sagte Moore. Sie bauten deshalb so viele Stellen ab wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren.

Das Barometer für die Industrie kletterte dagegen leicht um 0,8 auf 46,8 Zähler. Die Neuaufträge schrumpften so langsam wie seit März nicht mehr. „Auch die Exportbestellungen sanken im November weniger stark als in den letzten sechs Monaten, was die Unternehmen auf die anziehende Nachfrage nach Industrieerzeugnissen 'Made in Germany' besonders aus China zurückführten“, hieß es.

Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent gewachsen. Für das Schlussquartal rechnen viele Ökonomen sogar mit einem Minus. „Im Winterhalbjahr dürfte es zu einer temporären 'Konjunkturdelle' kommen“, sagt das Bundesfinanzministerium voraus.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vor langer, langer Zeit gelesen:

    Deutschland bereichert sich auf Kosten der anderen
    Der Einwand, dass es Deutschland ja besser gehe und deshalb die anderen das deutsche Modell einführen sollten, ist jedoch, wie der ehemalige US-Finanzminister und Harvard-Professor Larry Summers sagte, "ein Musterbeispiel für einen Denkfehler": Was für einen Einzelnen gut ist, ist nicht notwendigerweise für alle gut. Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit seit 1999 beständig verbessert, allerdings um den Preis einer jahrzehntelangen Quasi-Stagnation. Heute führt diese Wettbewerbsfähigkeit dazu, dass sich Deutschland auf Kosten seiner Euro-Partner bereichert und zugleich den Ast absägt, auf dem es sitzt.

  • In Anbetracht der Lager der Länder in Südeuropa klingt das hier doch euphorisch. Spanien, Portugal, Italien ganz zu schweigen von Griechenland wären glücklich über solche Nachrichten.

    Warum jammern? Es geht doch aufwärts mit den Indiezes!

    Aber Angst ist halt gut für den Druck auf die Beschäftigten.

  • Ja,Not, Hunger und Krieg sid in Sicht! Seufz!

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