Markit-Umfrage
Eurozonen-Einkäufer signalisieren starkes Wachstum

In der Eurozone hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im November aufgehellt. Ihre Geschäfte liefen im November so gut wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Nur in Italien, Spanien und Irland lief es nicht rund.
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HB BERLIN. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg um 0,4 auf 53,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter rund 2000 Unternehmen mitteilte. Das war bereits der dritte Anstieg in Folge. „Das zeigt, dass die in der Industrie begonnene Erholung auf andere Branchen übergreift“, sagte Markit-Experte Rob Dobson. Grund zur Sorge bleibe aber, dass der Aufschwung noch nicht alle Länder erfasst habe.

In Italien, Spanien und Irland berichtete die Dienstleister erneut von schrumpfenden Geschäften. In Deutschland und Frankreich, den beiden größten Volkswirtschaft des Währungsgebiets, lief es dagegen besser als im Oktober.

Die deutschen Dienstleister sind zwar weiterhin auf Erholungskurs, allerdings geht es nur langsam aufwärts. Vor allem eine schwache Nachfrage machte den Unternehmen im November zu schaffen, wie aus der Markit-Umfrage unter rund 500 Betrieben hervorgeht. Nach drei Monaten anziehender Nachfrage mussten die Dienstleister nun wieder leichte Auftragsrückgänge hinnehmen. In der Folge wurde auch das Auftragspolster dünner.

Dennoch sind die Dienstleister für die kommenden zwölf Monate recht zuversichtlich: Sie rechnen damit, dass sich die generelle Konjunkturbelebung positiv auf den weiteren Geschäftsverlauf auswirkt. Der Markit-Einkaufsmanagerindex legte auf 51,4 (Erstschätzung: 51,5) von 50,7 Zählern im Oktober zu. Das Barometer lag damit den vierten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Zwar bauten die Dienstleister im vergangenen Monat nur wenige Stellen ab, der entsprechende Index rutschte jedoch auf ein Fünf-Monats-Tief ab. Zurückzuführen ist dies den Marktforschern zufolge auf eine anhaltende Flaute bei den Umsätzen und sinkende operative Margen. Während die Einkaufspreise insgesamt nahezu konstant blieben, gingen die Verkaufspreise wegen eines anhaltenden Preiskampfes in allen sechs Service-Bereichen zurück. Die Dienstleister senkten ihre Preise damit bereits zum 13. Mal in Folge. Dadurch verschlechterte sich die Profitabilität der Unternehmen erheblich: Der entsprechende saisonbereinigte Index rutschte binnen Monatsfrist um 4,1 Punkte ab und lag damit wieder unter seinem Langzeit-Durchschnittswert.

Die Erholung der europäischen Dienstleister dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Unternehmen erhielten den dritten Monat in Folge mehr Aufträge und bewerteten die Aussichten für die kommenden zwölf Monate wieder besser. Dennoch droht ein weiterer Stellenabbau. Besonders in Irland und Spanien wollen die Firmen ihre Belegschaft reduzieren. Die deutschen Firmen signalisierten den geringsten Stellenabbau.

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