Marktanalyse
Export beflügelt neue EU-Länder

Die neuen EU-Mitglieder aus Mittel- und Osteuropa bauen ihren Anteil am europäischen Handel systematisch aus. Dabei sind die Zeiten, in denen sie vor allem Billigprodukte auf die westlichen Märkte warfen, offenbar vorbei, wie aus einer neuen Analyse des Wieners Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hervorgeht.

WARSCHAU. „Die acht neuen EU-Staaten der Region haben die Qualität ihres Exports dramatisch gesteigert“, betont WIIW-Ökonom Peter Havlik. Die Ausfuhroffensive nutzt auch der Konjunktur: Die Wiener Experten erwarten, dass die Wirtschaft der neuen EU-Staaten in diesem Jahr noch schneller wachsen wird als in 2005.

Dass die technologische Qualität der Exportprodukte gestiegen ist, liegt vor allem an einem gewaltigen Strukturwandel in der Produktion. „Unter dem Druck der internationalen Konkurrenz und mit zunehmender Hilfe ausländischer Investoren geht die Industrie der neuen EU-Staaten zunehmend in Richtung High-Tech-Produktion“, heißt es in der WIIW-Analyse. Außerdem steige die Arbeitsproduktivität schneller als die Löhne, was zu einer Senkung der Lohnstückkosten und damit höherer Konkurrenzfähigkeit auf den internationalen Märkten führe. Aus den Daten des WIIW geht auch hervor, dass im letzten Jahr knapp 26 Mrd. Euro an ausländischen Direktinvestitionen in die Länder der Region geflossen sind, was einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Inzwischen erzielen die neuen EU-Staaten jährlich zweistellige Zuwachsraten im Außenhandel. Besonders dynamisch entwickelt sich der Austausch der Neuen untereinander. „Der EU-Beitritt hat zu einer Reintegration der Region geführt“, betont Havlik. Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei erzielen Handelsüberschüsse gegenüber den anderen neuen EU-Staaten. Innerhalb der erweiterten EU haben die neuen Mitgliedstaaten ihren Anteil am gesamten Außenhandel von 3,7 Prozent im Jahr 1999 auf 5,9 Prozent im vergangenen Jahr gesteigert. Das entspricht einem Zuwachs von 60 Prozent.

Die Exporterfolge schlagen sich auch im Wirtschaftswachstum nie-der. Die WIIW-Experten erwarten für 2006 eine Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts aller acht neuen EU-Staaten von 5,2 Prozent, nach 4,7 Prozent im vergangenen Jahr. Spitzenreiter dürften erneut die baltischen Staaten mit Zuwächsen zwischen sieben und neun Prozent werden, gefolgt von der Slowakei mit 6,5 Prozent, Tschechien mit 5,5 Prozent und Polen mit fünf Prozent.

Nach Aussage des WIIW zieht auch die Binnennachfrage in den neuen EU-Ländern wieder an: „Die Investitionen expandieren und die Industrie floriert“, heißt es. Dadurch stehe das Wachstum auf einer breiteren Basis, meint Havlik.

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