Maßnahmen
China legt massives Konjunkturprogramm auf

Als Reaktion auf die Finanzkrise hat die chinesische Regierung ein massives Konjunkturpaket in Höhe von umgerechnet 458 Milliarden Euro geschnürt. Der Internationale Währungsfonds hofft nun, dass sich dieser Schritt auch positiv auf die Weltwirtschaft auswirkt.

HB PEKING/SAO PAULO. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete, sollen bis 2010 Investitionen in Höhe von vier Billionen Yuan vor allem in Infrastruktur- und Sozialprojekte fließen. Finanziert werden demnach Programme in zehn Hauptbereichen. Darunter sind der Wohnungsbau für untere Einkommensschichten, die Infrastruktur im ländlichen Raum, Projekte der Wasser- und Elektrizitätswirtschaft, das Transportwesen, im Bereich von Umweltschutz und technische Innovationen. Der chinesische Staatsrat verkündete zudem eine Lockerung der Geldpolitik und signalisierte damit die Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die USA begrüßten die chinesischen Maßnahmen.

Das chinesische Konjunkturpaket ließ die Börsen in Asien deutlich ins Plus schwenken. Der Shanghai Composite Index stieg am Montag im frühen Handel um 5,7 Prozent, der Nikkei-Index in Tokio gewann 5,5 Prozent hinzu. Der Hang Seng Index in Tokio stieg um 2,7 Prozent.

Notenbankchef Zhou Xiaochuan erklärte am Rande des G20-Jahrestreffens in Brasilien, der Wechsel in der Geldpolitik versorge die chinesischen Märkte besser mit Geld. Der Schritt könne sich zudem in den Preisen widerspiegeln, beispielsweise indem die Zinsen sinken. Als Grund für die geänderte Politik nannte Zhou den schnellen Rückgang der Inflation.

Chinas Zentralbank hat die Zinsen seit Mitte September bereits dreimal gesenkt und die Auflagen für Kreditgeschäfte gelockert, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Finanzkrise hat das Wirtschaftswachstum in China deutlich abgebremst. Im dritten Quartal nahm die Wirtschaftsleistung nur noch um neun Prozent zu, nach einem Wachstum von über zehn Prozent im ersten Halbjahr. Zhou erklärte am Wochenende, für 2009 erwarte er ein Wachstum zwischen acht und neun Prozent.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sagte, das Konjunkturpaket werde auch positive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. „Der IWF vertritt bereits seit langem die Auffassung, dass China seine Politik eines vom Export angetriebenen Wachstums hin zu einem von der Binnennachfrage angetriebenen Wachstum ändern sollte.“ Er sei daher sehr froh über die Entscheidung der chinesischen Regierung. Das enorme Paket werde nicht nur nicht nur die Weltwirtschaft stützen, sondern auch großen Einfluss auf die chinesische Wirtschaft haben. Zudem korrigiere es Ungleichgewichte. Auch die USA begrüßten den Schritt Chinas.

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