Medienbericht
Bevorzugte spanische Gläubiger sollen bluten

Anleihegläubiger spanischer Banken sollen auf Forderungen verzichten: So will es offenbar die EZB. Ein riskanter Plan, denn es würde vor allem Investoren treffen, deren Vertrauen die Euro-Retter zurückgewinnen wollen.
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LondonDie Europäische Zentralbank (EZB) will bei der spanischen Bankenrettung einem Zeitungsbericht zufolge auch privilegierte Gläubiger bluten lassen. Wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) am Montag unter Berufung auf drei Insider berichtete, hat EZB-Chef Mario Draghi auf dem jüngsten Treffen der Euro-Finanzminister gefordert, auch private Anleihehalter mit vorrangigem Gläubigerstatus zum Forderungsverzicht zu zwingen, sollten Banken abgewickelt werden.

Das wäre eine Abkehr von der bisherigen Notenbankposition und ein riskantes Unterfangen, denn es würde vor allem die Investoren treffen, deren Vertrauen die Euro-Retter eigentlich zurückgewinnen wollen. Die EU-Kommission zeigt sich dem Bericht nach wenig aufgeschlossen gegenüber dem EZB-Vorstoß.

Normalerweise stehen die Anleihe-Investoren der sogenannten Senior-Tranche in der Rangordnung der Gläubiger auf einer Ebene mit den Kundeneinlagen. Sie genießen also größtmöglichen Schutz vor Zahlungsausfällen und stehen bei Insolvenzen ganz vorne in der Schlange, um ihre Mittel zurückzuerhalten. Im bisherigen Verlauf der Krise wurden bevorzugte Gläubiger deshalb noch nie zur Kasse gedrängt - selbst bei absoluten Härtefällen wie den irischen Banken blieben sie durch immensen Einsatz von Steuergeldern ungeschoren.

Bislang war die Notenbank stets vehement dagegen, private Investoren zu belasten. So hatte die EZB beispielsweise beim griechischen Schuldenschnitt eindringlich davor gewarnt, auf diese Weise einen Vertrauensverlust an den Finanzmärkten zu riskieren. Damals war es die Politik, die darauf drängte, private Gläubiger mit ins Boot zu nehmen.

Laut „WSJ“ stemmt sich die EU-Kommission dagegen. „Es ist klar, dass vorrangige Gläubiger nicht mit einbezogen werden“, zitiert das Blatt einen Sprecher der Kommission. Die EZB wollte sich auf Nachfrage nicht äußern. Die Notenbank sei bei den spanischen Bankenhilfen lediglich als Berater tätig, sagte ein Sprecher.

In der vergangenen Woche hatten die Pläne zur spanischen Bankensanierung bereits für Empörung bei Kleinsparern gesorgt. Denn Privatanlegern, die in nachrangige Schuldverschreibungen und Vorzugsaktien von spanischen Banken investiert haben, drohen auf jeden Fall Abschreibungen. Diese Papiere wurden in Spanien in großem Stil als Sparprodukte an Kleinanleger verkauft.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die einzigen, die wirklich vorrangig geschützt werden sollten, sind die Kunden, die der Bank Geld anvertraut haben.

    Ansonsten sollten alle Anleihekäufer, auch die EZB, gleichermaßen haften. Sie sind ja auch Eigner der Banken.

  • Hier zeigt sich eindeutig wie unfähig die Herren der EZB sind. Entweder Deutschland bezahlt oder die EZB macht weiterhin was sie will.
    Die Bänkster der EZB sind auch nichts anderes als die anderen Bänkster der vielen Banken in Europa und den USA.
    Dem Bundesverfassungsgericht kann man nur raten, jegliche Abgaben an die EU und der EZB sowie ESM als verfassungsfeindlich einzustufen und somit strengstens zu verbieten. Unsere Politiker sehen garnicht welche Gefahr aus dem Handeln der EU und ihrer Politik für den Fortbestand der Werte in Europa und der Welt ausgeht. Da Politiker und Bänkster für die Situation verantwortlich sind, sollten sie dafür auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

  • Forderungsverzicht pe Gesetzt bis alle Schulden gelöscht sind. Innerhalb Europas hebt sich das auf - die US-Investoren haben halt pechgehabt - wer Investiert kann auch verlieren, so ist das Geschäft.

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