Mehr Investitionen in Deutschland gefordert
Für Goldman Sachs ist Deutschland wettbewerbsfähig

Der deutschen Wirtschaft bescheinigen die Volkswirte der Investmentbank Goldman Sachs Group internationale Wettbewerbsfähigkeit. In Wien sagte Erik Nielsen, Chefökonom bei Goldman für die Region Europa, am Dienstag: "Das ist so, denn sonst wäre das Land im vergangenen Jahr nicht Exportweltmeister gewesen."

HB WIEN. Die deutsche Wirtschaft habe ihre Reorganisation gut vorangetrieben, die Unternehmen säßen auf Rekordgewinnen, ferner liege das Land beim Produktivitätswachstum fast gleichauf mit den USA. Dass sich dies nicht im selben Maß positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirke, begründete Nielsen vorwiegend mit dem schwachen Privatkonsum.

Dieser sei auch eine Folge von niedrigen Lohnabschlüssen, sagte der Ökonom. Allerdings dürften die deutschen Gewerkschaften bei künftigen Verhandlungen höhere Lohnsteigerungen fordern. Dass sich dies nachhaltig auf das deutsche Wachstum auswirken werde, glaubt Nielsen aber nicht. Wichtiger wäre hier, die deutschen Unternehmen zu höheren Investitionen in Deutschland zu veranlassen. Dies könne aber nur durch weitere Strukturreformen geschehen, wie etwa Steuersenkungen oder ähnliche Anreize. Es sei aber davon auszugehen, dass der lediglich moderate Reformkurs der Rot-Grünen Koalition auch von der neuen Regierung fortgeführt werde.

Welche Regierung das sein könnte, wollte Nielsen nicht abschätzen. Vor der Wahl hätten die Umfragen auf eine große Koalition ohne Gerhard Schröder hingedeutet. Dies wäre aber die schlechteste aller Varianten gewesen, da sich bei diesem Szenario wohl der linke Flügel innerhalb der SPD gegen den Reformblock durchgesetzt hätte. "Man darf nicht vergessen, dass Rot-Grün eine Reihe von wichtigen Reformen eingeleitet hat", sagte Nielsen. Durch das Wahlergebnis sei nun aber Gerhard Schröder und somit auch der Reformblock der SPD gestärkt. Somit sei eine große Koalition nun weniger negativ zu bewerten. So sei beispielsweise auch denkbar, dass Schröder erneut Kanzler werde und die Wirtschaftsressorts der Union überlasse.

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