Mehr Neuaufträge
US-Aufschwung kommt ins Stottern

Der US-Einkaufsmanagerindex gibt Signale für ein langsameres Wachstum der US-Industrie - und dennoch herrschte an der Wall Street nach den Konjunkturdaten von gestern Erleichterung. Denn es hätte schlimmer kommen können. Zudem sahen Analysten es auch einige Hoffnungsschimmer.

HB NEW YORK. Die Erholung der US-Industrie hat im September zwar etwas an Schwung verloren. Doch ein beschleunigter Zuwachs bei den Neuaufträgen deutet auf ein wieder höheres Wachstumstempo der weltgrößten Volkswirtschaft in den kommenden Monaten hin.

Analysten werteten den am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager angesichts des Anstiegs des Teilindex zum Auftragseingang als insgesamt positiv. Zudem sei nach dem enttäuschenden - bereits am Dienstag veröffentlichten - Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago zuletzt mit noch schwächeren Daten gerechnet worden. Auch die Anleger an den Finanzmärkten zeigten sich zufrieden mit den Daten. Die US-Börsen bauten ihr Kursgewinne leicht aus, der Dollar legte zum Euro vorübergehend etwas zu.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete landesweite Einkaufsmanager-Index fiel im September auf 53,7 Punkte von 54,7 Punkten im August, wie das Institute of Supply Management (ISM) mitteilte. Analysten hatten demgegenüber im Durchschnitt einen Anstieg auf 55,0 Punkte vorausgesagt. Ein Index-Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen ein Schrumpfen an.

Besondere Beachtung fand der Teilindex Neuaufträge, der auf 60,4 (August 59,6) Zähler kletterte. Das ISM wertete dies als positives Zeichen. Der Beschäftigungsindex fiel geringfügig auf 45,7 (45,9) Punkte und zeigt damit einen leicht beschleunigten Stellenabbau an. In den vergangenen Monaten hatten Daten eine Erholung der US-Industrie vom schwersten Branchenabschwung seit zwei Jahrzehnten signalisiert. Während der Krise hatte sich die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe auf das Niveau vom Ende der 50er Jahre reduziert. Der Preisindex stieg auf 56,0 (53,0) Zähler.

In der Euro-Zone unterdessen wurde der Abwärtstrend des Verarbeitenden Gewerbes im September gestoppt. Der Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Währungsraum überschritt dank des Zuwachses bei Produktion und Aufträgen erstmals seit sieben Monaten mit 50,1 Punkten wieder die Wachstumschwelle von 50 Punkten. Der Reuters-EMI für Deutschland kletterte auf 50,2 (48,8) Zähler und zeigt damit erstmals seit gut einem Jahr wieder ein leichtes Geschäftswachstum in der heimischen Industrie an.

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