Mehr Risiken als Chancen
IWF setzt Fragezeichen bei Entwicklung der Weltwirtschaft

Bei der Entwicklung der Weltwirtschaft 2005 setzt der Internationale Währungsfonds (IWF) inzwischen mehr Fragezeichen. Grund dafür seien vor allem die stark gestiegenen Ölpreise. Dadurch seien die Risiken aus Sicht des IWF jetzt größer als die Chancen, verlautete am Dienstag aus der Bundesregierung.Konkrete Zahlen wollte der IWF am Mittwoch in Washington vorstellen.

HB BERLIN. Die Unsicherheit über die künftige Ölpreisentwicklung habe zugenommen. Dies könnte sich nachteilig auswirken, hieß es. Weitere Risiken seien eine stärkere Abschwächung der US-Konjunktur und weltweite Leistungsbilanz-Ungleichgewichte. Die weltweite Beschleunigung der Inflation sei aus Sicht des IWF vorübergehend, hieß es im Finanzministerium weiter. Im Zuge eines anhaltend raschen Wachstums sollten die Zinsen nach Meinung des IWF maßvoll angehoben werden, in einigen Regionen früher und rascher als in anderen. In der Eurozone sollten die Zinsen so lange niedrig bleiben, bis die Binnennachfrage anzieht.

Auf dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrienationen (G 7) an diesem Freitag in Washington geht es erneut um Ölpreisspekulation. Deutschland will sich nach Angaben aus Regierungskreisen für mehr Transparenz stark machen. Die Rolle von Hedge-Fonds, die bis zu 300 Milliarden Dollar für Rohstoffspekulationen bereitstellen, müsse untersucht werden. Ausmaß und Folgen des jüngsten Ölpreisanstiegs seien aber nicht vergleichbar mit der Ölkrise der 70er Jahre. Die Inflationsgefahr habe sich nicht deutlich erhöht. Die Geldpolitik müsse nicht restriktiv reagieren.

Das hohe US-Haushaltsdefizit bereite weiter Anlass zur Sorge. Die angekündigte Halbierung des Defizits innerhalb von fünf Jahren sei nicht erkennbar. Es sei mittelfristig eine glaubwürdige Haushaltssanierung nötig. Insgesamt sind die sehr hohen Haushaltsdefizite in allen Regionen aus Sicht des IWF ein Risiko. Der IWF rate Aufschwungphasen zur Konsolidierung zu nutzen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) wird auf dem G-7-Treffen im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank mit seinen Amtskollegen aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan auch über die Auslandsschulden des Irak in Höhe von etwa 120 Milliarden Dollar sprechen. Deutschland ist nach Angaben des Finanzministeriums weiter zu einem substanziellen Schuldenerlass bereit. „Weit über 50 Prozent sollte es aber nicht gehen“, hieß es. Bis Jahresende sollte hier jedoch Klarheit herrschen.

China entsendet erstmals seinen Finanzminister und seinen Zentralbankchef zu einem gesonderten Treffen am Rande des G-7- Gipfels. Bei dem Treffen soll jedoch nicht Druck auf China für eine größere Flexibilität seiner Währung ausgeübt werden. Wie es im Finanzministerium hieß, geht es um eine größere Bandbreite und eine Bindung der chinesischen Währung Yuan - nicht nur an den US-Dollar, sondern einen Korb von Währungen.

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