Mehrheit der befragten Volkswirte fordert Staatsausgaben zu senken
Terrorgefahr ist größtes Risiko für US-Wirtschaft

Die Bedrohung durch Terror hat in den USA einer Umfrage zufolge das schwache Arbeitsplatzwachstum und das hohe Haushaltsdefizit als größte Gefahr für die Wirtschaft abgelöst. Zudem zeigten sich allmählich Inflationsängste, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Vereinigung von Volkswirten der führenden US-Firmen.

HB WASHINGTON. Der National Association for Business Economics (Nabe) zufolge nannten 40 Prozent der Befragten den Terrorismus als größte kurzfristige Gefahr für die Wirtschaft. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor sechs Monaten, als lediglich 19 Prozent diesen Punkt als Hauptgefahr nannten. Die Nabe machte die Umfrage unter 172 Mitgliedern in der Zeit zwischen dem 23. Juli und 5. August. Am 1. August hatte die US-Regierung vor Anschlägen radikaler Moslems auf Finanzzentren in den USA gewarnt und die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen.

Das Haushaltsdefizit auf Rekordniveau gaben 23 Prozent der befragten Volkswirte als ihre größte Sorge an. Im März waren es noch 25 Prozent. In diesem Jahr wird das Defizit voraussichtlich mit 445 Milliarden Dollar einen neuen Höchststand erreichen. Die Arbeitslosigkeit als vorrangigste Bedrohung nannten nur noch sechs Prozent nach zuvor 25 Prozent. Neun Prozent der Befragten, die in der Volkswirte-Vereinigung zusammengeschlossen sind, warnten dagegen nun vor den Gefahren einer steigenden Inflation als größtem Risiko. Im März waren es nur sechs Prozent und vor einem Jahr lediglich ein Prozent.

Um einem Anstieg der Preise entgegenzuwirken, forderte die Mehrheit der Befragten die US-Notenbank Fed zu einer Anhebung der Leitzinsen in den kommenden sechs Monaten auf. Zudem solle die Regierung ihre Steuer- und Ausgabenpolitik straffen. „Die Geldpolitik sollte straffer gestaltet werden. Obgleich 59 Prozent die derzeitige Geldpolitik als richtig bezeichneten, sprachen sich 62 Prozent für eine Straffung in den nächsten sechs Monaten aus“, hieß es in dem Umfrage-Ergebnis. Die Fed hatte den Leitzins im Juli und August jeweils einen viertel Prozentpunkt auf nunmehr 1,50 Prozent angehoben. Analysten erwarten, dass die Notenbank als Maßnahme gegen die steigende Inflation ihre Geldpolitik bis zum Jahresende weiter anzieht.

US-Präsident George W. Bush hat erklärt, im Falle seiner Wiederwahl im November die Defizitquote gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit zu halbieren und seine Steuersenkungen dauerhaft zu machen. Eine kleine Mehrheit der befragten Volkswirte fordert zur Reduzierung des Defizits vor allem, die Staatsausgaben zu senken. 32 Prozent sprachen sich dagegen für Steuererhöhungen aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%