Merkel kündigt harte Auseinandersetzungen an
Stimmen aus Politik und Wirtschaft zum Herbstgutachten

Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren in ihrem Herbstgutachten für 2005 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent nach 1,8 Prozent in diesem Jahr. Politiker und Wirtschaftsvertreter sagten dazu in ersten Reaktionen:

HB BERLIN. CDU-Chefin Angela Merkel: Die Bundesregierung habe es nicht geschafft, ein in sich schlüssiges Konzept für mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung durchzusetzen. Merkel kündigte harte Auseinandersetzungen bei den Etatberatungen im Bundestag an.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD): „Auch die Bundesregierung geht für das kommende Jahr davon aus, dass sich die außenwirtschaftlichen Impulse zunehmend auf die Binnenkonjunktur übertragen und das Wachstum an Breite gewinnt.“

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer: „Das Herbstgutachten unterstreicht, dass vom Aufschwung keine Rede sein kann.“ „Deutschland hinkt im internationalen Vergleich weiter hinterher - Bürger und Unternehmen zahlen die Zeche für sechs Jahre wirtschaftspolitischen Laienspielertums.“

Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Michael Glos; „Mit dem Gutachten der Forschungsinstitute wird der regierungsamtliche Konjunkturoptimismus widerlegt. Die Zurückhaltung der Verbraucher und Investoren droht sich zu verfestigen. Dies ist das Ergebnis der gescheiterten rot-grünen Wirtschaftspolitik.“

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt: „Das heute veröffentlichte Herbstgutachten der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute stellt keinen Grund zur Entwarnung dar. Ich unterstütze die Forderung der Institute nach einer zurückhaltenden Lohnpolitik ebenso wie die Forderung nach einer größeren Inanspruchnahme betrieblicher Öffnungsklauseln sowie einer Reform des gesetzlichen Kündigungsschutzes.“

DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer: „In einer Situation des Nachfragemangels auf Haushaltskonsolidierung und weitere Lohnzurückhaltung zu setzen - wie es die Mehrheit der Institute tut - verlängert die Krise der deutschen Wirtschaft.“

Päsident des Aussenhandelsverbandes BGA, Anton Börner: "Das konjunkturelle Morgengrauen des Jahres 2004 ist kein Auftakt für eine lang anhaltende Schönwetterperiode. Es bleibt eine Illusion, Deutschland könne kurzfristig dank angekündigter Reformen Phönix gleich aus der Asche zu neuen wirtschaftlichen Höhenflügen ansetzen.“

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