Merkel, Westerwelle & Co „Ökonomisch wird die Regierung vom Glück verfolgt“

Die Bundesregierung steht in Umfragen so schlecht da wie nie zuvor, dabei geht es Deutschland besser denn je. Die konjunkturellen Aussichten sind mehr als rosig. Das prophezeit nicht nur der Internationale Währungsfonds (IWF). Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagt ein sattes Wachstum voraus.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) im Bundestag: Im Umfragkeller trotz Superaufschwung. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) im Bundestag: Im Umfragkeller trotz Superaufschwung.

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DÜSSELDORF. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, prohezeit Deutschland für dieses und nächstes Jahr ein anhaltend robustes Wachstum. „Ökonomisch wird die Regierung vom Glück verfolgt“, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. „Das tolle Wachstum 2010 setzt sich 2011 auf gebremstem Niveau fort und geht mit schrumpfenden Arbeitslosenzahlen einher.“



Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt der Internationale Währungsfonds (IWF). Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, wird die deutsche Wirtschaft 2010 demnach um 3,3 Prozent zulegen, 2011 soll das Wachstum bei zwei Prozent liegen. Damit gehöre Deutschland zur Spitzengruppe der großen Industrieländer. Im Juli hatten die IWF-Experten für 2010 noch ein Plus von nur 1,4 Prozent vorausgesagt. Ursache für die erfreuliche Entwicklung ist neben dem Exporterfolg deutscher Unternehmen auch die anziehende Binnennachfrage. Laut „Spiegel“ stellen die IWF-Fachleute in dem als “streng vertraulich“ eingestuften Weltwirtschaftsausblick fest, dass auch die Investitionen der Unternehmen und der Konsum der Bevölkerung zur Konjunkturerholung in Deutschland beitragen. Der Bericht wird Anfang Oktober veröffentlicht.

Typischerweise erlahme durch eine solche positive Entwicklung der Sanierungs- und Reformeifer, sagte DIW-Chef Zimmermann. Doch wenn man fair bleibe, könne man dennoch zahlreiche Ansatzpunkte sehen, für die diese Regierung in den kommenden Jahren stehen könne: Für die Aussetzung des Wehr- und Ersatzdienstes und eine konsequente Bundeswehrreform, für einen neuen und tragfähigeren Energiekompromiss, für den Einstieg in eine Sanierung der Staatshaushalte, für die Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme im Bereich Gesundheit und bei der Langzeitarbeitslosigkeit und für Fortschritte bei der Integration und beim Abbau von Bürokratie. „In diesen Bereichen hat sich die Regierung ja durchaus gut warm gelaufen“, sagte Zimmermann. Bis zur nächsten Bundestagswahl 2013 sei „genug Zeit, um daraus Erfolgsgeschichten zu stricken.“

„Meine Erwartung ist, dass die politischen Markenzeichen die Namen Bundeswehr, Energie und Staatsfinanzen zeigen werden“, unterstrich der DIW-Präsident. Er äußerte zudem die Hoffnung, „dass die Regierung endlich und noch vor der nächsten Bundestagswahl die Bedeutung der demnächst einsetzenden demographischen Umwälzungen erkennt und erste Weichenstellungen setzt – beispielsweise in der Integrations- und Zuwanderungsdebatte“.

Pessimistisch stimmt Zimmermann hingegen, dass anstehende Wahlkämpfe die politischen Vorhaben gefährden könnten: „Denn im ersten Jahr wird typischerweise der politische Akzent einer Regierung herausgearbeitet, im zweiten Jahr wird er parlamentarisch umgesetzt, im dritten Jahr verteidigt. Und dann geht es ab in den Wahlkampf - der auch schon vorher auf Landesebene tobt“, erläuterte der DIW-Chef. „Diesmal starrte die Politik auf die NRW-Wahl wie das Kaninchen auf die Schlange und der Start geriet schlecht. Nicht viel schien zu gelingen. Das könnte bedeuten, dass auch nichts bleibt.“

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11 Kommentare zu "Merkel, Westerwelle & Co: „Ökonomisch wird die Regierung vom Glück verfolgt“"

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  • warum gehst ihr nicht endlich auf die straße???? warum immer nur diskurs fürhen, der eh nix bringt. die teutonen sind im meckern und maulen wirklich die nr. 1 in europa. solange die da oben keinen gegenwind zu spüren bekommen, lachen die sich doch eins. wacht endlich auf, bevor die sich bald noch die letzten taschen vollstopfen.

  • "Merkel trifft der Hartz-Fluch" lautet die Überschrift im Spiegel, im Handelsblatt jedoch wird diese Dame "Vom Glück verfolgt".
    Kommentar ist wohl überflüssig.

  • Die Fachkräftelüge ist eigentlich gar keine Lüge, Denkerist.

    ich habe das zuerst auch nicht verstanden.

    Fachkräfte sind Techniker und ingenieure, und da gibts tatsächlich etwas bedarf, wenn auch nicht zu angemessenen Preisen (deshalb will die Regierung ja billig ingenieure importieren).

    Facharbeiter sind diejenigen die nur noch von Zeitarbeitsfirmen eingestellt werden.

  • @[1] Denkerist :
    ich kann ihnen nur zustimmen.
    ihr Kommentar zeugt von einem sozialen Gewissen, das unseren Politikern schon lange abhanden gekommen ist. Meine Prognose: der nächste bundestagswahlkampf wird der verlogenste sein, den es je gegeben hat (Gabriel spielt sich ja jetzt schon als neuer Robin Hood auf); Rot-Grün wird an die Regierung kommen und die Schere zwischen arm und reich wird sich weiter öffnen.
    Armes Deutschland, hättest du nur eine Volkspartei, die diesen Namen verdient.

  • Merkel und Westerwelle haben aber kaum etwas für diesen Aufschwung getan. Er ist zu guten Teilen die Folge der von Schröder eingeleiteten Sozial- und Marktreformen. Merkel gefällt sich dagegen im Nicht-Regieren. Heute preist sie z.b. die neuen Harz-4-Sätze als "großen Schritt". Wo ist da ein großer Schritt, wenn ein paar Statistiker den Grundbedarf neu ausrechnen? Dafür braucht es keine 600 hochbezahlten Politiker im bundestag. Die haben den Festlegung vermutlich eher behindert denn großen Schritten vorangebracht.

  • Guten Tag;.... Nein das hat mit Glueck nun weiss Gott nichts zu tun. Die Deutschen sind ein arbeitssames Volk. Deutschland verdient etwas anderes als eine " betroffene " Kanzlerin, einen schwulen Aussenminister und ein (eingeheiratetes) blaubluetiges blondchen. Jagt die ganze bande in die Wueste. Es ist erbaermlich wie dieses grosse Volk von diesen buffos geknechtet wird. begriffe wie Anstand und Ehre sind zu Fremdwoertern geworden. Den Deutschen wird von boesen Zungen nachgesagt sie waeren " Herrisch ". Nein,..... sie sind zu Waschlappen geworden. Jeder Hund wuerde beissen. besten Dank

  • Das Handelsblatt berichtet von den Aussagen der institute. Auch wird durch die institute nicht ausgesagt, dass die Weltwirtschaft an Fahrt gewinne, sondern speziell Deutschland. Diesbezüglich ist gesagt, dass die binnennachfrage anziehe und sich die Auftragslage insbesondere in der bauwirtschaft bessere.
    Zu spüren dürfte die anziehende Nachfrage erst im kommenden Jahr sein. Das ist gewollt.

    Wenn mich diese wirtschaftliche Situtation aus besonderen Gründen auch nicht zum Frieden stellt, so ist die Prognose, die durch das Handelsblatt veröffentlicht wird "wahrscheinlich" richtig.
    Deutschland ist auch nicht pleite.

    bitte mehr Sozialwissenschaft lehren, auch mit Mathematik. Die Leute erkennen nur noch den Augenblick, und ziehen sich womöglich bald auch noch an dem kleinsten Übel auf: wir haben eigentlich keine kleinen Übel ?!

    Egal...

  • Wenn es um Propagandaartikel der sedimentären Sorte geht, ist das Hb nahezu unschlagbar.

    internationale blogs lassen ein ganz anderes bild erscheinen.

  • Vom Glück verfolgt? ist es nicht eher so, das unsere Regierung durch die Welt reist und Milliarden verschenkt? Damit die Länder dann mit dem geld wieder bei der deutschen industrie einkauft? Wir machen doch unsere Märkte selber. Zahlen erst um dann wieder zu verkaufen. Damit kann jeder als Verkaufsnation gut dastehen. indem das geld der Steuerzahler über den Umweg ins Ausland dann direkt in die taschen der deutschen industrie fliesst.Sowas als Aufschwung zu bezeichnen wäre ebenso vermessen- wie auf Pump leben.

  • Übrigens, Deutschland ist Pleite!!! Wir zahlen noch Jahrzehnte die Zockerverluste der banken an diese zurück!!!

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