Michigan-Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer
US-Verbraucher überraschend vertrauensselig

Der anhaltend schwachen Beschäftigungssituation in ihrem Land zum Trotz ist das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes im März überraschend gestiegen. Analysten hatten eigentlich einen Rückgang erwartet.

HB NEW YORK. Der entsprechende Index der Universität Michigan stieg nach endgültigen Berechnungen im laufenden Monat auf 95,8 (Februar 94,4) Punkte, wie am Freitag aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Volkswirte hatten demgegenüber im Schnitt mit einem Rückgang auf 93,7 Zähler gerechnet. Steven Wood, Chefvolkswirt von Insight Economics, sah in den Daten nichts besonders Aufregendes. Überraschend sei jedoch, dass steigende Benzinpreise, fallende Aktienkurse und die Anschläge in Madrid die Stimmung der Verbraucher nicht stärker belastet hätten.

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Verbrauchervertrauens-Index der Universität Michigan gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus und haben damit entscheidenden Einfluss auf die Konjunktur in den USA. Für die Berechnung des vorläufigen Index befragt die Universität etwas 250 Haushalte, für den endgültigen Index 500.

Den Angaben aus Finanzkreisen zufolge stieg der Index der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate auf 88,8 (Februar 88,5) Zähler. Bei den gegenwärtigen Bedingungen ergab sich ein Anstieg auf 106,8 (103,6) Punkte. „Ich glaube nicht, dass ich besonders optimistisch im Hinblick auf die Wirtschaft sein kann“, sagte Wood. Die Entwicklung des Index der gegenwärtigen Bedingungen begründete er mit dem zusätzlichen Geld, das den Verbrauchern aus Steuersenkungsprogramm der US-Regierung vom vergangenen Sommer zur Verfügung stehe. So lange die Konsumenten über dieses Geld verfügten, seien sie ziemlich optimistisch hinsichtlich ihrer finanziellen Situation. Das bedeute aber nicht, dass sie keine Sorge hätten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Im Februar hatte die US-Wirtschaft nur 21 000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Analysten befürchten, dass die Verbraucherausgaben stark abnehmen und damit die Konjunktur abwürgen könnten, wenn sich die Beschäftigungssituation in den USA nicht deutlich verbessert.

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