Michigan Index: Kräftiger Anstieg
Konjunktur: Amerikaner fassen wieder Vertrauen

Die US-Verbraucher haben im September wieder mehr Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes gefasst. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan legte nach vorläufigen Berechnungen von Freitag auf 73,1 Punkte von 63,0 Zählern im Vormonat zu. Das ist der höchste Wert seit Januar.

HB WASHINGTON. Experten hatten zwar nicht mit einem derart kräftigen Anstieg gerechnet. Sie zeigten sich dennoch wenig überrascht: "Ein Anstieg war zu erwarten, denn die Benzinpreise sind gesunken", sagte Terrin Griffiths von California and Nevada Credit Union Leagues. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mache sich so etwas beim Verbrauchervertrauen natürlich bemerkbar. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Die Geschäfte der US-Einzelhändler waren noch im August unerwartet schlecht gelaufen. Der Umsatz sank um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf saisonbereinigt 381,17 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium mitteilte. Die von Reuters befragten Analysten hatten ein Plus von 0,2 Prozent vorhergesagt. Bereits im Juli hatte es ein Umsatzminus gegeben, das mit 0,5 Prozent deutlicher ausfiel als zunächst geschätzt.

Als Grund für den schwächelnden Konsum, der wichtigsten Stütze der weltgrößten Volkswirtschaft, gilt die steigende Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote erreichte im August mit 6,1 Prozent den höchsten Stand seit rund fünf Jahren.

Die Amerikaner gaben weniger Geld für Baumaterialien, Bekleidung und Elektronik aus. Der Umsatz mit Benzin und Diesel sank um 2,5 Prozent und damit so stark wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Hier wirkte sich der deutliche Rückgang der Kraftstoffpreise aus. Erstmals seit Jahresbeginn stieg der Umsatz mit Autos. Er legte um 1,9 Prozent zu. Das Niveau blieb aber immer noch um 13,5 Prozent unter dem von August 2007. Die leichte Erholung der Autoabsätze reichte bei weitem nicht aus, einen Rückgang der Gesamtumsätze zu verhindern, sagte der US-Konjunkturexperte der Commerzbank, Bernd Weidensteiner: "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der private Verbrauch in den USA im dritten Quartal schrumpft."

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