Millenniumsziele
Bekämpfung von Armut zeigt vor allem in Asien Erfolge

Ban musste aber auch eine Reihe ernüchternder Trends präsentieren: So haben die Hälfte der Menschen in Entwicklungsländern keine Toiletten oder Waschgelegenheiten. Jedes Jahr sterben eine halbe Million Frauen an vermeidbaren oder behandelbaren Komplikation bei der Geburt oder der Schwangerschaft. Noch immer leiden zu viele Kinder an Unterernährung. Und die HIV/Aids-Seuche wütet stärker als je zuvor: Starben 2001 rund 2,2 Millionen Aids-Patienten, waren es 2006 knapp drei Millionen – vor allem in den armen Staaten.

Ban listete auch Gründe für die Misere vieler Entwicklungsländer auf: Sie reichen von Kriegen über Klimawandel bis Korruption. Deshalb appellierte er an die Politiker Afrikas, Asiens und Lateinamerikas das Wohl der Bürger in den Mittelpunkt ihrer Aktionen zu stellen. Auch die reichen Staaten müssten mehr tun, besonders in punkto Entwicklungshilfe. „Die gesamte offizielle Hilfe ging zwischen 2005 und 2006 um 5,1 Prozent zurück“, kritisierte der Uno-Chef.

Dass aber in höheren Geldtransfers die Lösung für Afrikas Probleme liegt, bezweifeln inzwischen auch einige Afrikaner. Der ugandische Journalist Andrew Mwenda, der früher die Weltbank beriet, prangert den „verlogenen westlichen Hilfszirkus“ seit langem an. Neue Geldtransfers verhinderten Reformen und kämen nur den Regimen und ausländischen Helfern zugute. Mwenda kritisiert sogar explizit den Schuldenerlass, weil dieser ökonomisches Fehlverhalten belohne. Um mehr Geld in Infrastruktur, Gesundheit oder Bildung zu investieren, um das erhaltene Geld sinnvoll zu verwenden, brauche Afrika zunächst funktionierende staatliche Strukturen.

Nach jetzigem Stand wird kein einziges Land in Schwarzafrika die Millenniumsziele erfüllen – nicht zuletzt, weil Reformen ausbleiben. So ist der Kollaps des afrikanischen Gesundheitssektors weniger finanziell als institutionell bedingt. In vielen Staaten, so berichten Entwicklungshelfer, können die Regierungen keine eigenen Ziele für die Armutsbekämpfung formulieren, weil ihnen neben Fachpersonal und notwendigen Statistiken auch die Motivation fehle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%