Mit Neubesetzung im Direktorium werden strategische Weichen gestellt: Gerangel um EZB-Posten spaltet EU-Länder

Mit Neubesetzung im Direktorium werden strategische Weichen gestellt
Gerangel um EZB-Posten spaltet EU-Länder

An der Nachfolge des spanischen Mitglieds im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), Eugenio Domingo Solans, droht ein Streit zwischen großen und kleinen EU-Ländern zu entbrennen. Wie aus Berliner Regierungskreisen zu erfahren war, haben sich die Regierungen der großen EU-Staaten einvernehmlich darauf geeinigt, eine Kandidatur Spaniens zu berücksichtigen.

egl/jh/mak/noh/sk BERLIN/ BRÜSSEL/FRANKFURT. Solans scheidet Ende Mai turnusmäßig aus der EZB aus. Der spanische Finanzminister Rodrigo Rato hat den Vorschlag eines Kandidaten nicht ausgeschlossen, bisher aber noch keinen Namen genannt. Gehandelt wird José Vinals, der in der spanischen Notenbank für internationale Beziehungen zuständig ist.

Die Solans-Nachfolge hat grundsätzliche Bedeutung: Erstmals wird in Europa die Frage geklärt, ob die großen Länder immer einen Sitz im EZB-Direktorium haben sollen, oder jetzt die kleinen Staaten zum Zug kommen. Bisher hatten Belgien, Irland, Portugal und Luxemburg noch keinen Sitz im EZB-Direktorium. Würden jetzt die Kleinen berücksichtigt, gingen Spanien, Italien und Deutschland auf Jahre hin leer aus. Der Italiener, Tommaso Padoa-Schioppa, scheidet 2005 und Otmar Issing 2006 aus der EZB-Spitze aus. Frankreich stellt den EZB-Präsidenten.

Bisher haben Irland und Belgien offiziell Kandidaten benannt: Michael Dutty, den Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank, und Peter Praet, Direktor der belgischen Zentralbank. Belgien ist bei der Auswahl von Mitgliedern des EZB-Direktoriums bereits zweimal unterlegen. Der irische Finanzminister und amtierende Vorsitzende des Ecofin-Rates, Charlie McCreevy, sagte am Montag in Brüssel, er erwarte weitere Kandidaten. Gestern hat Portugal sein Interesse signalisiert. Die Entscheidung über die Solans-Nachfolge soll jetzt im März fallen. McCreevy hatte zuvor den Eindruck erweckt, die Nachfolge schon bei der Februar-Sitzung des Ecofin-Rates regeln zu können.

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