Mitglied der Bank of England deutet erneute Zinserhöhung an
Notenbank sorgt sich um Hauspreise

Richard Lambert, Mitglied des geldpolitischen Rates der Bank of England (BoE), hält den Anstieg der Hauspreise für die größte Gefahr für die britische Wirtschaft. Damit hat er angedeutet, dass die Zinsen erneut steigen dürften.

Bloomberg LONDON. Die Häuserpreise haben sich in vergangenen zwölf Monaten um 18 Prozent verteuert. „Für die Währungshüter ist wahrscheinlich der größte Unsicherheitsfaktor, wie sich der Häusermarkt in den nächsten zwei Jahren entwickelt,“ sagte Lambert gestern in London. „Die Zinsen sind gestiegen, ohne dass es bisher drastische Auswirkungen auf das Wachstum der Konsumausgaben gehabt hat.“ Seine Kommentare signalisieren, dass er bei der nächsten Sitzung für ein Anziehen der Zinsschraube stimmen dürfte. 39 von 40 von Bloomberg befragte Ökonomen erwarten, dass die Bank of England am 6. Mai den Leitzins anheben wird.

„Der Wohnungsbaumarkt war stärker als wir erwartet haben. Wir rechnen damit, dass die Bank of England das genau beobachten wird,“ sagte Michael Coogan, Generaldirektor beim Council of Mortgage Lenders (CML). Auch der IWF warnte am Mittwoch, dass die Gefahr eines Einbruchs am britischen Wohnungsbaumarkt das größte Risiko für die Wirtschaft darstelle. Die BoE solle die Zinsen weiter „allmählich“ erhöhen. Lambert schloss sich dieser Meinung an. Allerdings gab er zu bedenken, dass die Währungshüter sich genau überlegen müssen, wie sie eine Zinserhöhung begründen. Denn die Inflation liegt mit 1,1 Prozent unter dem Zielsatz der Bank von zwei Prozent.

Seine Kommentare können aber auch so interpretiert werden, dass die Bank of England versucht, das Wachstum bei den Verbraucherkrediten zu dämpfen, indem sie das Gespenst einer Zinserhöhung herbeibeschwört statt tatsächlich die Zinsen zu erhöhen und die Konjunktur zu gefährden.

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