Monatsbericht
Bundesbank: Deutsche Wirtschaft mit Konjunkturdelle

Die deutsche Wirtschaft musste nach Ansicht der Bundesbank im Frühjahr eine Konjunkturdelle hinnehmen. Die Hoffnungen für den privaten Konsum als Antriebsmotor für die Wirtschaft haben sich nach Ansicht der Bundesbank zerschlagen.

HB FRANKFURT. Im zweiten Quartal habe die Wirtschaft das hohe Wachstumstempo vom Jahresbeginn mit dem kräftigen Zuwachs von 1,5 Prozent nicht halten können, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Die Bundesbank nennt keine Prognose, hatte zuletzt aber von einem „leichten Rückgang“ des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal geschrieben.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal zwischen 0,7 und 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft ist. Der hohe Ölpreis, die Euro-Stärke und die weltweite Konjunkturabkühlung machen der Wirtschaft zu schaffen.

Die Bundesbank zeigt sich aber nicht übermäßig besorgt über die Konjunkturschwäche im zweiten Quartal. „Ausschlaggebend hierfür waren zunächst die erwarteten, eher technischen Gegenreaktionen auf Sonderfaktoren im ersten Quartal“, schreibt die Bundesbank. Zu Jahresanfang hatte der ungewöhnlich milde Winter der Bauindustrie einen Boom beschert – diese Aufträge fehlten im Frühjahr.

Die Firmeninvestitionen fielen im ersten Quartal hoch aus, weil nach Auslaufen von steuerlichen Vorteilen zum Jahresende nicht alle Aufträge abgearbeitet werden konnten – danach wurden im Frühjahr weniger Industrieerzeugnisse produziert. Das zweite Quartal wird von diesen Faktoren negativ nach unten verzerrt.

Die Bundesbank sieht aber noch mehr Anzeichen für eine Flaute. Die Exporte liefen wegen der Folgen der Finanzkrise und der weltwirtschaftlichen Abschwächung nicht mehr so gut. „Die Ausfuhren haben im Frühjahr an Schwung verloren“, heißt es im Monatsbericht. Der Außenhandel habe dennoch zum Wachstum beigetragen, weil die Importe ebenfalls sanken.

Die Hoffnungen für den privaten Konsum als Antriebsmotor für die Wirtschaft haben sich nach Ansicht der Bundesbank zerschlagen. „Der private Konsum hat in den Frühjahrsmonaten wiederum einen empfindlichen Dämpfer bekommen“, schreibt die Bundesbank. Trotz der besseren Lage am Arbeitsmarkt und den höheren Tarifabschlüssen bleibe der Konsum schwach. Als Grund dafür nennt die Bundesbank die hohe Inflationsrate, die in Deutschland über drei Prozent verharrt und den Verbrauchern die Kauflaune verdirbt.

Für das laufende Jahr erwartet die Bundesbank nach früheren Angaben ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Das wäre kaum weniger als 2007 mit plus 2,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Zahlen zum Wachstum im zweiten Quartal am 14. August.

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