Monatsbericht
EZB: Erholung der Wirtschaft schreitet voran

Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich die Vorhersage bestätigt, dass das Wirtschaftswachstum 2004 im Euro-Raum „an Breite und Stärke“ gewinnen werde, schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht.

HB FRANKFURT/MAIN. Zwar korrigierten die von der EZB befragten Experten ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2003 gegenüber den Angaben vom Juli leicht von 0,7 auf 0,5 % nach unten. Die Voraussagen für 2004 (plus 1,7 %) und 2005 (plus 2,3 %) blieben jedoch gleich.

Der EZB-Rat hatte in der vergangenen Woche den wichtigsten Leitzins unverändert bei 2,0 % belassen. Der aktuelle geldpolitische Kurs sei weiterhin angemessen, auch wenn die Inflationsraten in den nächsten Monaten „nicht ganz so rasch und stark“ zurückgingen wie bisher erwartet, heißt es in dem November-Bericht.

Voraussetzung für eine mittelfristig erwartete Preisstabilität sei unter anderem eine der schrittweisen Konjunkturerholung angemessene, gemäßigte Lohnentwicklung. Dieser und andere Faktoren müssten „genau beobachtet“ werden, schreibt die EZB. Solche unscheinbaren Formulierungen verfolgt die Finanzwelt derzeit mit erhöhter Aufmerksamkeit. Hintergrund ist, dass mit dem Franzosen Jean-Claude Trichet seit Anfang des Monats ein neuer Präsident an der Spitze der EZB steht. Auf seine Wortwahl müssen sich die Kapitalmärkte erst noch einstellen. Trichet hatte jedoch angekündigt, am Kurs seines Vorgängers Wim Duisenberg festhalten zu wollen.

Angesichts der wachsenden Defizite in einigen Mitgliedstaaten beschwor die Zentralbank zum wiederholten Male die Einhaltung des Maastrichts-Vertrags. Er sieht eine Obergrenze des Haushaltsdefizits von drei Prozent am Bruttoinlandsprodukt vor. Der Stabilitätspakt befinde sich derzeit „an einem kritischen Punkt“ und dürfe nicht in Zweifel gezogen werden, teilte die Zentralbank mit.

In einer Untersuchung über die ersten vier Jahre der europäischen Währungsunion kam die EZB zu dem Schluss, dass der Euro seine Bedeutung als zweitwichtigste internationale Währung nach dem Dollar gefestigt habe. Als Abrechnungswährung spiele er auch im internationalen Handelsverkehr eine zunehmend wichtigere Rolle. Der größte Teil der Euro-Transaktionen außerhalb des Euro-Raums werde am Finanzplatz London getätigt.

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