Monatszahlen
Geldmenge wächst schneller

Das erneut beschleunigte Geldmengenwachstum im Euro-Raum spricht für eine kräftige Straffung der Geldpolitik. Die Jahreswachstumsrate der Geldmenge M3 habe sich im April gegenüber März von 8,5 auf 8,8 Prozent erhöht, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am gestrigen Dienstag mit. Die Mehrheit der Volkswirte hatte auf 8,5 Prozent getippt.

mak FRANKFURT. Die auf das Jahr hochgerechnete Vormonatsrate zeigt sogar eine Dynamik von 11,6 Prozent an. Gemessen am gleitenden Dreimonatsdurchschnitt der Vorjahresveränderungsraten lag M3 zwischen Februar und April mit 8,4 Prozent deutlich über dem Referenzwert für das Geldmengenwachstum von 4,5 Prozent.

Parallel zur Geldmenge haben sich die Kredite ausgeweitet. An private Haushalte und Unternehmen wurden 11,8 Prozent mehr Kredite ausgereicht, nach einem Anstieg von 11,5 Prozent im März. Das jährliche Wachstum der Buchkredite an Unternehmen (ohne Versicherungen und Pensionskassen) erhöhte sich von 16,9 auf 20,6 Prozent. Wohnungsbaukredite legten erneut um 12,1 Prozent zu.

Der österreichische Notenbankgouverneur Klaus Liebscher hat am Dienstag in Wien bekräftigt, dass die EZB die Zinsen weiter erhöhen wird. Neben den Inflationsgefahren aus dem starken Kreditwachstum verwies Liebscher auf anhaltende Stabilitätsrisiken auf Grund des breiteren Wirtschaftswachstums. Zudem könnten die hohen Ölpreise auf das allgemeine Preisniveau durchschlagen. An den Märkten gilt als sicher, dass der EZB-Rat den Euro-Leitzins bei seiner nächsten Sitzung am 8. Juni um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent anhebt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Zinsschritt auch 50 Basispunkte betragen könnte, beziffert die Bank of America mit 30 Prozent.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet bis Ende 2007 mit einem Euro-Leitzins von 3,75 Prozent. Sie ermahnt aber die EZB, aus Rücksicht auf den noch nicht fest etablierten Aufschwung bei ihrer geldpolitischen Straffung vorsichtig vorzugehen.

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