Nach dem Zinsentscheid
Zitate von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet

Zitate aus der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 6. Dezember. Es handelt sich um Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Zur Zinsentscheidung vom Donnerstag: „Wir haben wie immer das Für und Wider im Zusammenhang mit möglichen Entscheidungen untersucht - mögliche Entscheidungen waren eine Erhöhung der Zinsen oder die Beibehaltung auf dem gegebenen Niveau.“ „Wir haben alle Standpunkte zur Situation ausgetauscht. Letztlich haben wir im Konsens entschieden.“

Kenraussagen zum Zinsbeschluss: „Die jüngsten Informationen haben die Existenz eines starken kurzfristigen Aufwärtsrisikos bei der Inflation bestätigt, während die HVPI-Inflationsrate im November drei Prozent erreicht hat. Sie hat auch unsere Einschätzung voll bestätigt, dass mittelfristig Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität bestehen.“

Inflation: „Die EZB steht bereit, gegen Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität vorzugehen, wie es ihr Mandat fordert. Die fundamentalen Wirtschaftsdaten der Euro-Zone bleiben solide. Jedoch dauert die Neubewertung von Risiken an den Finanzmärkten noch an und wird begleitet von der anhaltenden Unsicherheit über das potenzielle Ausmaß für die Realwirtschaft. Deshalb werden wir alle Entwicklungen genau verfolgen und dabei entschlossen und rechtzeitig handeln.“ „Die Inflationsrate wird in den nächsten Monaten deutlich über zwei Prozent bleiben und wird sich wahrscheinlich im Laufe von 2008 abschwächen.“ „Die Zeitspanne, in der wir höhere Inflationsraten sehen werden, wird voraussichtlich etwas länger andauern als zunächst erwartet.“

Preisstabilität: „Es gibt mittelfristig Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität, in einem Umfeld mit starkem Wachstum bei Krediten und Geldmenge und vor dem Hintergrund solider Fundamentaldaten für die Euro-Zone.“

Zu Wachstum und Wachstumsprognosen: „Das Wirtschaftswachstum hat sich in das vierte Quartal dieses Jahres hinein fortgesetzt, allerdings wahrscheinlich langsamer als im dritten Quartal. Grundsätzlich bleiben die Fundamentaldaten in der Euro-Zone intakt. Die Profitabilität wurde gestärkt, der Arbeitsmarkt blieb stabil, und die Arbeitslosigkeit ist auf ein Niveau zurückgegangen, das in den vergangenen 25 Jahren nicht erreicht worden ist. Diese Faktoren wurden auch in den Wirtschaftsprojektionen von Dezember berücksichtigt. „Das Szenario eines nachhaltigen realen Wirtschaftswachstums, das etwa auf gleicher Linie mit dem Trendwachstum liegt, basiert auf der Erwartung, dass die weltweite Wirtschaft widerstandsfähig bleibt, wobei das rückläufige Wachstum in den USA zum Teil von der anhaltenden Stärke der Schwellenländer ausgeglichen wird.“ „Für diesen Wirtschaftsausblick bestehen Abwärtsrisiken. Sie bestehen im Zusammenhang mit möglichen größeren Auswirkungen der laufenden Neubewertung der Risiken an den Finanzmärkten auf die Finanzierungsbedingungen, das Vertrauen und das Wachstum weltweit und in der Euro-Zone, in Zusammenhang mit möglichen weiteren Preissteigerungen bei Öl und Rohstoffen, genauso wie mit Sorgen über Druck von Protektionisten und mit möglichen unregelmäßige Entwicklungen wegen globaler Ungleichgewichte.“

Zu Finanzmärkten: „Wir werden weiter die Entwicklungen an den Finanzmärkten in den kommenden Wochen mit großer Aufmerksamkeit beobachten.“

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