Nach EZB-Maßnahmen
Bundesbankpräsident fordert Zurückhaltung

Nach der Zinssitzung kündigte EZB-Chef Mario Draghi weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Deflation an. Als nächster Schritt wird ein Wertpapierankaufprogramm erwogen. Der Bundesbankpräsident fordert Zurückhaltung.
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BerlinNach dem umfangreichen Maßnahmenpaket der EZB im Kampf gegen eine Deflation fordert Bundesbankpräsident Jens Weidmann Zurückhaltung vor weiteren Schritten. „Der EZB-Rat hat mit sehr umfassenden Maßnahmen gehandelt. Jetzt müssen wir erst mal abwarten, wie das Beschlossene wirkt“, sagte das deutsche EZB-Ratsmitglied der „Bild“-Zeitung laut Vorabbericht vom Freitag. „Es ist doch abwegig, jetzt gleich die nächste Runde einzuläuten“, fügte er hinzu. Die EZB dürfe nicht zur Bad Bank des Euroraums werden. „Und meine Position zu Staatsanleihekäufen hat sich nicht geändert“, sagte der Bundesbankchef.

EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der EZB-Zinssitzung am Donnerstag betont, die EZB sei mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket „noch nicht am Ende“. Als weitert Maßnahme zur Abwehr einer Deflation wird in der EZB ein Wertpapierankaufprogramm erwogen.

Es wird aber nach den Worten von EZB-Vizechef Vitor Constancio wohl nur dann eingesetzt, wenn die Euro-Zone wirtschaftlich ins Trudeln zu geraten drohe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein Kauf von Staatsanleihen durch die EZB würde jedoch verheerende Folgen haben für ganz Europa. Dies darf auf keinen Fall passieren.

    Das wird schon lange gemacht.
    Frage: Warum soll der Staat für sen eigenes Geld Zins bezahlen?

  • Die Reaktion der Märkte zu dem was die EZB gestern beschlossen hat finde ich leicht übertrieben. Eine große Nachfrage nach Krediten besteht auch bei den Unternehmen in den Krisenländern nicht. Kaum ein Unternehmer macht gerne Schulden, wenn er weiß, daß die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es nicht erlauben aus dem aufgenommene Geld entsprechende Werte zu generieren. Die Regierungen sind gefordert! Ein Kauf von Staatsanleihen durch die EZB würde jedoch verheerende Folgen haben für ganz Europa. Dies darf auf keinen Fall passieren.

  • Nur die Wahl von alternativen Parteien kann den Spuk beenden. Diesen Parteien wird täglich der Boden bereitet. Die EU rückt massiv nach rechts.

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