Nach Jahrhundertbeben
Japan rutscht wieder in die Rezession

Erst Mitte 2009 hatte sich Japan aus der schwersten Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg herausgearbeitet. Nun gleitet das Land in einen erneuten Abschwung.
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TokioDas verheerende Erdbeben vom 11. März hat die japanische Wirtschaft in die Rezession zurückgeworfen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal um 0,9 Prozent und damit fast doppelt so stark wie von Experten erwartet, wie die Regierung in Tokio am Donnerstag mitteilte.

Aufs Jahr hochgerechnet stellt das Quartalsergebnis einen Rückgang um 3,7 Prozent dar. Die Analystenprognose lag bei minus 2,0 Prozent. Da das BIP schon im vorangegangenen Vierteljahr gesunken war, befindet sich das Land per Definition wieder in einer Rezession.

Japan hatte sich erst im zweiten Quartal 2009 aus der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gelöst. Das Erdbeben und der Tsunami sowie die Atomkatastrophe um das AKW Fukushima dürften das Land aber in eine noch tiefere Krise gestürzt haben. Experten befürchten, dass die Wirtschaft auch im laufenden Quartal schrumpfen wird, da die Folgen des Bebens weiter auf der Produktion und den Exporte lasten.

Japans Wirtschaftsminister Kaoru Yosano sprach allerdings von einem vorübergehenden Phänomen. Der Rückgang des BIP sei weitgehend auf die Folgen des Erdbebens zurückzuführen. Japans Wirtschaft werde zwar für eine Zeit schwach bleiben. Aber sie habe die Kraft, rasch wieder auf die Beine zu kommen. Die Zuliefererkette in der Industrie stabilisiere sich allmählich, und der Wiederaufbau dürfte die Wirtschaft ankurbeln. Yosano bekräftigte in diesem Zusammenhang die Prognose der Regierung, die für das im April begonnene Fiskaljahr mit einem Wachstum von knapp einem Prozent rechnet.

Neben den Exporten ging auch der private Konsum zurück, der etwa 60 Prozent der Wirtschaft ausmacht. Er sank um 0,6 Prozent. Analysten hatten einen Rückgang von 0,5 Prozent erwartet. Die Investitionen fielen mit Minus 0,9 Prozent dagegen weniger stark als am Markt befürchtet.

Trotz der Krise dürfte die japanische Notenbank bei ihrem Zinsentscheid am Freitag an Politik des billigen Geldes festhalten. Sie hatte zuletzt allerdings auch ihre Bereitschaft signalisiert, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, sollte das Beben die Wirtschaft stärker als erwartet belasten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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