Nach Konjunktur-Delle
US-Wirtschaft kommt richtig in Schwung

Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal schneller wieder Fahrt aufgenommen als von vielen erwartet wurde. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung noch um 2,1 Prozent gefallen.
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WashingtonDie US-Wirtschaft gewinnt nach der Konjunktur-Delle im Winter immer mehr an Fahrt. Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft aufs Jahr gerechnet um 4,6 Prozent zu, teilte das Handelsministerium in Washington am Freitag mit. Dies ergab eine dritte Schätzung für die Monate April bis Juni - noch vor einem Monat war eine zweite Schätzung von „nur“ 4,2 Prozent Wachstum ausgegangen.

Das ist der stärkste Anstieg seit Ende 2011. Bemerkenswert ist vor allem der Vergleich mit dem ersten Quartal dieses Jahres: Damals sackte die Konjunktur wegen des strengen Winters gar um 2,1 Prozent ab.

Besonders stark legten im zweiten Quartal die privaten Investitionen zu, die um 19,1 Prozent kletterten. Die Konsumausgaben stiegen wie erwartet um 2,5 Prozent. Die Ausgaben des Staates kletterten um 1,7 Prozent.

In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Hinweise, dass die US-Wirtschaft auch im weiteren Verlauf des Jahres kräftig zulegen könnte. Die Zentralbank wird sich in ihrem Kurs zur Beendigung des billigen Geldes bestätigt sehen. Es gilt als sicher, dass die Fed ihre Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur im November ganz einstellen wird. Die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise 2008 dürfte sich allerdings noch bis ins nächste Jahr hinziehen.

Allerdings sind die US-Daten anders als in Deutschland auf das Jahr hochgerechnet und damit nicht unmittelbar mit Wachstumszahlen aus dem Euroraum vergleichbar.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Würden die Zahlen in USA nicht stets "aufs volle Jahr hochgerechnet" bekannt gegeben, sähen sie realistischer aus und vor allem lägen sie dann etwas näher an der Wirklichkeit.

    Angesichts der endlich erkannten Notwendigkeit - die auch bereits propagandistisch vorbereitet ist -, die Zinsen anzuheben und vor allem das unselige QE zu beenden, kann man in jedem Fall davon ausgehen, daß alle veröffentlichten Zahlen dieses Bestreben manifestieren werden.

    Nötigenfalls - wie in den letzten Jahren schon mehrfach - werden Parameter, Bezüge und Erhebungsformen angepasst, was heißt: verändert, so daß Vergleichbarkeiten und Spielräume verändert werden können. Wär doch gelacht, wenn Amerika daran scheitern sollte.

  • @ frau trauen:
    Die US-Mittelschicht wird größer - allerdings vornehmlich durch die Zunahme der Zahl der Absteiger aus der sogenannten oberen Klasse.
    In der Tat wächst immer noch am stärksten die sog. Unterklasse mit immer mehr Frustrierten, die es aufgaben, nach Arbeit zu suchen.

  • Schönes Narrativ. Das wird die Psychologie an den Börsen beflügeln. Den Lebensmittelkartenbeziehern wird es nicht wirklich helfen. Die amerikanische Mittelschicht wird weiterhin zusammengepresst...

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