Nach Wirtschaftsforschern
Auch Bund erhöht Wachstumsprognse

Einen Tag nach den sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hat auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2006 und 2007 angehoben. Zumindest in diesem Punkt sind sich die Ministerialbeamten und die Konjunturforscher nun einig.

HB BERLIN. Für 2006 erwarte der Bund nun eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,3 Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Im Frühjahr war sie noch von 1,6 Prozent ausgegangen. Im kommenden Jahr werde das BIP dann um 1,4 Prozent zulegen, statt der bisher erwarteten 1,0 Prozent. Damit liegt die Regierung mit ihrer Prognose genau auf dem Niveau der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die ihr Herbstgutachten am Donnerstag vorgelegt hatten.

„Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Er nannte es besonders erfreulich, dass der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt spürbar sei und die Preisstabilität nicht gefährde. Die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte nähmen zu, während die außenwirtschaftlichen Impulse bestehen blieben. „Die Wirtschaftsentwicklung wird insgesamt robuster“, erklärte Glos. Sie bleibe auch im nächsten Jahr aufwärts gerichtet - trotz vorübergehend dämpfender Effekte der Umsatzsteuererhöhung.

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Aufschwungs seien die Konsolidierungsmaßnahmen der Bundesregierung 2007 gut verkraftbar, hieß es in der Prognose. Für den privaten Konsum erwartet die Regierung in diesem Jahr ein Wachstum von 0,8 Prozent, 2007 dann noch von 0,3 Prozent. Damit ist die Regierung optimistischer als die Institute, die nur 0,1 Prozent im kommenden Jahr erwarten, nach 0,9 Prozent in diesem Jahr.

„Auf dem Arbeitsmarkt haben wir das Schwierigste überstanden“, schrieben die Beamten. Für den Jahresdurchschnitt 2006 erwartet die Bundesregierung rund 325 000 Arbeitslose weniger als im vergangenen Jahr, also 4,54 Millionen. Im kommenden Jahr dürfte sich die Zahl der Arbeitslosen nochmals um rund 200 000 auf 4,34 Millionen verringern.

Starke positive Impulse gehen nach Erwartung der Regierung von den Unternehmensinvestitionen aus, vor allem in Ausrüstungen wie Maschinen und Anlagen. Diese sollten demnach dieses Jahr um 7,2 Prozent und kommendes Jahr um 5,5 Prozent steigen. Für die Bauinvestitionen sieht die Regierung in diesem Jahr einen Zuwachs um 3,9 Prozent und im kommenden Jahr um 1,7 Prozent. Damit ist sie optimistischer als die Institute. Das gleiche gilt auch für den Export. Nach einem Plus von zehn Prozent in diesem Jahr erwartet die Regierung hier 2007 einen Zuwachs von 6,7 Prozent, die Wirtschaftsforschungsinstitute nur 6,2 Prozent.

Die Herbstprojektion der Regierung bildet die Grundlage für die Steuerschätzung am 2. und 3. November sowie die Beratungen im Finanzplanungsrat. Sie ist damit der Orientierungsrahmen für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und den Sozialversicherungen in Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%