Nachlassende Spekulationen auf baldige US-Zinssenkung
US-Verbraucherpreise steigen, Fed-Index geht leicht zurück

Auch in den USA haben hohe Energiekosten die Verbraucherpreise im Oktober deutlich angetrieben. Die Energiekosten kletterten dabei so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr. Deutliche Veränderungen gab es auch bei anderen US-Konjunkturdaten.

HB WASHINGTON/NEW YORK. Hohe Energiekosten haben die US-Verbraucherpreise im Oktober angetrieben. Insgesamt kletterten die Preise zum Vormonat um 0,3 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg in dieser Höhe gerechnet. Zugleich verharrte die Teuerungsrate auf demselben Niveau wie im September, als der höchste Anstieg seit Mai registriert wurde.

In der so genannten Kernrate - ohne Energiekosten und andere schwankungsanfällige Bereiche - legten die Preise um 0,2 Prozent zum Vormonat zu. Experten hatten exakt mit dieser Rate gerechnet. Zum Vorjahr beschleunigte sich die Teuerung indes auf 3,5 Prozent - der höchste Stand seit August 2006. In der Kernrate betrug die Jahresveränderung 2,2 Prozent.

Neue Daten gab es auch zur Industrietätigkeit im Großraum New York ist. Dies ist im November nicht so stark zurückgegangen wie erwartet. Der von der Federal Reserve Bank (Fed) von New York ermittelte Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel auf plus 27,37 Zähler von 28,75 Punkten im Vormonat, wie die New Yorker Fed mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 20,00 Zähler gerechnet.

Die Daten der New Yorker Fed gelten als ein vergleichsweise zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie zu Beginn eines Monats.

Börsianer klopfen Konjunkturdaten derzeit auf Hinweise auf eine Stagflation ab. Damit bezeichnen Ökonomen eine Zeit wirtschaftlicher Stagnation bei gleichzeitig anziehender Inflation. Sie stellt Zentralbanken vor ein Dilemma: Senken sie den Leitzins, um die Wirtschaft anzukurbeln, fachen sie damit die Geldentwertung an. Erhöhen sie die Zinsen, um die Teuerung im Zaum zu halten, riskieren sie ein Abrutschen der Wirtschaft in die Rezession.

„Die Inflationsraten werden vermutlich auch im November deutlich zulegen, da die Benzinpreise nun ebenfalls dem gestiegenen Ölnotierungen folgen“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Den mehrheitlich von den Marktteilnehmern erwarteten Zinssenkungsschritt der Fed im Dezember sehen wir noch nicht als gesichert an. Dies gilt umso mehr, sollte sich die Stimmung in der Industrie weiterhin als robust erweisen. Der Empire-Index deutet dies zumindest an.“

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