3,5 Prozent: EZB lässt die Finger vom Leitzins

3,5 Prozent
EZB lässt die Finger vom Leitzins

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet den Leitzins in der Euro-Zone unverändert gelassen. Dafür dürften die Zinsen im nächsten Monat steigen.

HB FRANKFURT. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins betrage weiter 3,5 Prozent, teilte die Zentralbank nach der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt mit. Analysten hatten mit diesem Beschluss gerechnet, nachdem EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor einem Monat einen Zinsschritt im Februar so gut wie ausgeschlossen hatte.

Robustes Wachstum und Forderungen nach kräftigen Lohnerhöhungen halten die Währungshüter jedoch in Alarmstimmung über Inflationsgefahr. Bankenvolkswirte gehen deshalb fest von einer Zinsanhebung im März aus. Seit Dezember 2005 ist der Zins sechs Mal von 2,0 auf 3,5 Prozent gestiegen. Nach diesen sechs Erhöhungen nähert sich die EZB allerdings langsam dem Zinsgipfel – vorausgesetzt, die Konjunktur schwächt sich wie erwartet etwas ab, die Löhne steigen nur moderat, und der Ölpreis schnellt nicht wieder in die Höhe. Dann würde sich die Inflationsgefahr in Grenzen halten.

Ob die EZB bei 3,75 Prozent ihre Erhöhungsrunde beendet oder noch einen Schritt weiter auf 4 Prozent geht, ist ungewiss. Analysten erwarten, dass Trichet auf der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag zwar eine geldpolitische Straffung im März signalisieren, aber jeden Fingerzeig darüber hinaus vermeiden wird. Höhere Zinsen verteuern Kredite und Investitionen und kurbeln damit die Wirtschaft kaum noch an.

Auch die britische Notenbank ließ ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet unverändert bei 5,25 Prozent.

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