Angst vor Deflation
Preise in der Euro-Zone fallen erstmals seit Monaten

Das Schreckgespenst Deflation geistert wieder durch die Eurozone: Im September sind Preise für Energie und ausgewählte Lebensmittel wieder gefallen. Spekulationen mehren sich, dass die EZB ihre Anleihenkäufe ausweitet.

BrüsselDie Preise in der Euro-Zone sind im September wegen deutlich billigerer Energie erstmals seit einem halben Jahr gefallen. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, gab das Statistikamt Eurostat am Freitag bekannt und bestätigte damit eine frühere Schätzung.

Besonders Heizöl und Kraftstoffe wie Benzin waren deutlich günstiger zu haben, aber auch einige Lebensmittel wie Milch, Käse und Eier. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht mittelfristig nur bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Um die Gefahr einer Deflation - eines für die Wirtschaft schädlichen Preisverfalls auf breiter Front - zu bannen, drucken die Währungshüter viel Geld. Seit März werden monatlich über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren rund 60 Milliarden Euro in den Markt gedrückt. Das Programm läuft bis September 2016. Die fallenden Preise schüren an den Finanzmärkten Spekulationen, dass es verlängert oder vergrößert wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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