Anleitung für mehr Wachstum: Wer der deutschen Wirtschaft Muskeln macht

Anleitung für mehr Wachstum
Wer der deutschen Wirtschaft Muskeln macht

Der Ausblick für die deutsche Konjunktur wird immer düsterer, nun drohen gar Minuszahlen. Als Retter kommen Konsumenten in China und Amerika in Frage. Darauf darf und kann sich die deutsche Politik aber nicht verlassen.
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DüsseldorfNun sind auch noch die Finanzexperten pessimistischer geworden. Ihre im ZEW-Index gemessenen Erwartungen für die Konjunktur haben sich im November kräftig verdüstert. Damit gleichen sie ihre Prognosen an die sehr pessimistische Sicht der Unternehmer an: Der Einkaufsmanagerindex, in den die Erwartungen der Manager von 500 repräsentativen Industrieunternehmen einfließen, verharrt bereits seit einem halben Jahr unterhalb der Marke, die Wachstum signalisiert. Ökonomen befürchten nun, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im Winterquartal zurück geht. Es sei denn, es finden noch Retter in der Not.

Die aktuellen Zahlen sprechen zunächst einmal nicht dafür. „Wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um etwa 0,25 Prozent schrumpft,“ sagt Stefan Schneider, Leiter Makroökonomie bei der Deutschen Bank Research. Auch Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen rechnet für das vierte Quartal mit einem Minus.

Hinter den Zahlen steckt eine erlahmende Weltwirtschaft. Während der Brandherd Euro-Krise weiter schwelt, läuft es inzwischen auch in China und den USA nicht mehr rund. Das trifft die exportlastige deutsche Wirtschaft mit voller Wucht.

Die deutschen Exporte brachen im September um satte 3,4 Prozent ein - so stark wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Einerseits gingen die Ausfuhren in den Euroraum um über 9 Prozent zurück. Andererseits wuchsen die Exporte in Drittländer wie die USA und China nur noch minimal. „Die Unternehmen haben eine schwächere Exportnachfrage aus dem Euroraum bereits erwartet. Das Problem ist allerdings, dass nun auch der Absatz in China und den USA stockt,“ sagt Deutsche Bank-Ökonom Schneider.

„Kurzfristig gibt es in China Risiken, weil es in einigen Märkten Blasentendenzen gibt“, sagt er. In den USA macht die ungewisse Fiskalpolitik Sorgen. Hinzu kommt natürlich die Euro-Krise. Doch auch im Inland gibt es Wachstumsbremsen.

Handelsblatt Online listet auf, was passieren muss, damit die deutsche Wirtschaft wieder wächst.

Kommentare zu "Wer der deutschen Wirtschaft Muskeln macht"

Alle Kommentare
  • @suchgrueblerxy
    Wir haben jetzt schon in vielen Bereichen Punkte erreicht wo durch reine Konkurenz und "mehr Fleiß" keine besseres Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Zudem sind viele Absatzmärkte gesättigt (und nein, damit meine ich nicht wir sollten einfach alle noch 2-3x soviel konsumieren, weil dann geht es noch schneller auf den Abgrund zu). Oder was glauben sie weshalb das Kapital (wie auch schon in früheren Zeiten, z.B. 20/30 Jahre) immer stärker sein Heil in Finanzprodukten sucht, die aber keine Investitionen in die Realwirtschaft nach sich ziehen. Heute wird man "produktiver" durch Einsparungen (Stichwort Lohnnebenkosten) und genau das passiert gerade überall.

    Wohlstand sinkt in den Industriestaaten für die grossen Massen und bitte jetzt nicht mit China Vegleich oder so kommen, denn wenn ich ein bestimmtes Niveau erreicht habe, dann kann es nicht der Sinn sein, dass ich mich an noch schlecheren Verhältnissen orientiere und sage "uns gehts ja noch besser", denn nach dem Prinzip dürfen wir ja nicht meckern, solange es irgend ein 3. Welt Land gibt, dem es noch schlechter geht -> gefährliche Einstellung.

    Ich habe auch nicht geschrieben "schenkt jedem Geld und fertig", sondern entweder wir verteilen die Arbeit so (dann ist aber eher ne 20h Woche realistisch), dass jeder Arbeit hat und vom Lohn ein anständiges Leben führen kann und keine allzu grosse Extreme nach unten wie oben entstehen, da dies automatisch zu Machtgefällen führt oder aber wir hören auf die Menschen zu quälen, wenn sowieso nicht genug sinnvolle Arbeit da ist um alle einzubinden.

    Und wieso bessere Autos entstehen wenn die Autobauer gegen- anstatt miteinander arbeiten ist auch einer von vielen Mythen, die man als quasi "Naturgesetz" akzeptiert hat. Wenn mehr Personen mit genialen Ideen und Fachkenntnissen zusammen arbeiten soll also weniger Fortschritt bedeuten, Logik? Ist das vielleicht die Angst davor, dass man dann vielleicht noch weniger Arbeiten müsste, weil weniger Rebungsverluste?

  • @umdenker
    Produktivität, Automatisierung, Rationalisierung und mehr Fleiß sind der Preis, wenn ich als Produzent den Vorzug für meine Produkte unter vergleichbarer Qualität bei den Abnehmern wegen meiner Preiswürdigkeit erhalten will insbesondere dann, wenn ich Währungsnachteile und höhere Kosten habe als andere. Es ist richtig, dass die Resourcen heute von den Menschen über Gebühr ausgebeutet werden. Wir können im Rahmen unseres Einflussbereichs unsere Resourcen schonen, sind aber unter diesem Aspekt ebenfalls nicht mit unserem Verbrauch im Gleichgewicht mit der Nachlieferungsmöglichkeit der Natur unseres Einflussbereichs. Ich bin nicht der Meinung, dass man Menschen, die arbeiten könnten, das Geld bedingungslos geben sollte. Würde jeder dieses Geld so nehmen wollen, würde nichts mehr geschaffen und daher könnte dann auch nichts konsumiert werden. Die wirklich relevanten Dinge Nahrungsmittel Bekleidung(im kalten Deutschland) und Wohnen könnte man auch selbst (mit Einschränkungen bei der Gesamtmenge) produzieren, muss aber die weniger relevanten aber wünschenswerten Dinge wie Pflege, Medizin, Bildung dann irgendwie bezahlen, wodurch dann ein wie auch immer gearteter Markt unvermeidlich würde. Würden alle Autobauer zusammenarbeiten und weniger aber gemeinsame Modelle produzieren, gäbe es im Ergebnis bestimmt auch den jeweiligen Zweck erfüllende Autos. Qualitätsbeurteilung und Qualitätssteigerung erfordert aber den Vergleich von verschiedenen Automodellen. Bei einem Einheitsauto würde man Qualitätsmängel mangels Vergleichbarkeit weniger erkennen und deshalb weniger Qualitätsfortschritt erzielen.

  • Schöne neue Welt! Die deutsche Wirtschaft produziert im Ausland Waren und verkauft sie der Welt. Die Deutschen Arbeitnehmer dürfen dabei zuschauen, wie in Amerika und China diese Waren verkauft werden. Der Verfasser des Berichts hat Sorgen, dass die dort nicht mehr kaufen können - wann sorgt sich eigenlich mal einer um uns Deutsche, damit wir mehr kaufen können?

  • Es kann nicht funktionieren, dass Deutschland exportiert und die anderen Europäer auf Pump konsumieren. Politik, Wirtschaft und Finanzwelt versuchen verzweifelt, dieses Modell wiederzubeleben, obwohl es zumindest im Euroraum grandios gescheitert ist! Wie wäre es denn, zwischen Angebots- und Nachfragepolitik wieder ein gesundes Gleichgewicht herzustellen? Das würde auch das wachsende Armutsproblem in Deutschland bekämpfen. Hat die Kanzlerin nicht geschworen, dem deutschen Volke zu dienen - und nicht nur den Partikularinteressen einiger weniger?

  • Das ist wirklich toll, alles in dieser Welt darf den Aufschwung bringen, nur nicht deutsche Einkommenssteigerungen und deutscher Konsum…selbst der Chinese ist besser im Konsum als der Deutsche….

  • @suchgrueblerxy
    Ja und dabei übersehen Sie die dabei geschaffenen Paradoxa. Produktivität, Automatiserung, Rationalisierung alles steigt kontinuirlich, aber dennoch soll jede Person genauso viel Arbeiten oder gar mehr als früher (wir bewegen uns ja sogar wieder eher in Richtung 40/45h, wobei wir schon bei 35h Woche waren. Und das bei sinkendem Wohlstand für die grosse Masse, ein Widerspruch in sich). Zudem scheint man bei den "Marktgläubigen" zu vergessen, dass manche Ressourcen nicht unendlich sind und man umwelttechnisch bestimmte Restriktion beachten muss, da es ein Limit für "man sollte nich kacken, wo man lebt" gibt, wenn Sie wissen was ich meine. Jaja, diese verdammte Logik, die im Weg ist. Es wäre aus makroökonomischer Sicht sinnvoller den Menschen die nicht arbeiten wollen oder können das Geld einfach bedingungslos zu geben, damit die es in den Konsum stecken, als sich selbst verwaltende bürokratische Monster zu bauen die unnötig Zeit und Geld verschwenden und die sozialen Spannungen eher wachsen lassen.

    Wir müssen uns auch fragen ob es so sinnvoll ist die wirklich relevanten Bereiche wie Pflege, Medizin, Infrastruktur, Bildung, usw. unter marktwirtschaftliche Prinzipien zu stellen, denn dabei kommt nicht unbedingt bessere Qualität heraus, sondern eher nur Profit für einige Wenige und Schaden für die breite Masse (siehe z.B. Privatisierungen der Wasserwerke, Energie Infrastruktur, Riester-Rente, etc...).

    Das Märchen mit der "Konkurenz" wird auch bis heute aufrecht erhalten. Stellen sie sich mal vor so als Beispiel, die genialen Ingenieure der drei grossen deutschen Autohersteller würden nicht gegen- sondern miteinander arbeiten um all ihr Wissen in die Entwicklung neuer Automobile zu stecken. Es würde vielleicht dazu führen, dass es weniger Statussymbole und weniger Modelle zur Auswahl gäbe, aber würde das wirklich die Qualität des Endprodukts senken? Man müsste nicht einmal auf Individualität wie Form, Farbe, Ausstatttung, usw. verzichten.

  • Das ist wirklich toll, alles in dieser Welt darf den Aufschwung bringen, nur nicht deutsche Einkommenssteigerungen und deutscher Konsum…selbst der Chinese ist besser im Konsum als der Deutsche….

  • Wir können nicht auf China und Amerika warten, wenn wir Wachstum wollen. Wachstum wird im Kern nicht von Anderen ermöglicht, sondern muss eigenhändig geschaffen werden. Dabei liest man immer wieder die verschiedensten Theorien, was Wirtschaftswachstum ist . Wirtschaftswachstum ist auf mich bezogen, wenn ich heute mehr erschaffe als ich gestern erschaffen habe und wenn ich jemanden finde, der mir dieses Mehr abnimmt. Dabei kann ich beispielsweise etwas Zusätzliches erschaffen, etwas Neues erschaffen, ein Mehr von demgleichen erschaffen, was ich gestern schon gemacht habe, oder Konkurrenz-Produkte erschaffen, die bisher nur andere erschaffen haben. Eine Vielzahl von Wachstumsmöglichkeiten also. Dabei stellt sich die Frage, ob es auch Abnehmer für diese Mehrerschaffene gibt. Seit dem Jahr 1960 (3 Milliarden Menschen gesamt) sind bis 2011 4 Milliarden Menschen (7 Milliarden gesamt in 2011) nackt auf die Welt gekommen, die im Grunde dasselbe brauchen oder sich wünschen wie das deutsche Volk. Wenn ich all diese Wachstumsquellen nicht angemessen für mich nutzen konnte, liegt es nur daran, daß ich mich um die Abnehmer, deren Kaufmöglichkeiten und zusätzliche Schaffensbereiche nicht überdurchschnittlich erfolgreich gekümmert habe.

  • Wenn der Euro und Deutschland zusammen kracht dann rettet einen niemanden mehr. Wer dann kein Gold hat ist selber schuld.

  • stimme den vorrednern zu ! es war ja zu erwarten, daß das wachstumsgejaule jetzt wieder losbricht. wozu brauchen wir wachstum ? wir brauchen keins ! lassen wir besser dem süden eine chance auf etwas wachstum, da sind wir viel besser beraten. woher soll das wachstum überhaupt kommen, wenn in USa die wende zum sparen eingeleitet wird ? lächerlich ! was viele hier partout nicht wahrhaben wollen, wird eben doch wahr werden: gibt es kein schuldenfinanziertes Wachstum der Weltwirtschaft mehr, wird Deutschland genau wie Japan einbrechen.

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