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Anleitung für mehr Wachstum: Wer der deutschen Wirtschaft Muskeln macht

Der Ausblick für die deutsche Konjunktur wird immer düsterer, nun drohen gar Minuszahlen. Als Retter kommen Konsumenten in China und Amerika in Frage. Darauf darf und kann sich die deutsche Politik aber nicht verlassen.

DüsseldorfNun sind auch noch die Finanzexperten pessimistischer geworden. Ihre im ZEW-Index gemessenen Erwartungen für die Konjunktur haben sich im November kräftig verdüstert. Damit gleichen sie ihre Prognosen an die sehr pessimistische Sicht der Unternehmer an: Der Einkaufsmanagerindex, in den die Erwartungen der Manager von 500 repräsentativen Industrieunternehmen einfließen, verharrt bereits seit einem halben Jahr unterhalb der Marke, die Wachstum signalisiert. Ökonomen befürchten nun, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im Winterquartal zurück geht. Es sei denn, es finden noch Retter in der Not.

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Die aktuellen Zahlen sprechen zunächst einmal nicht dafür. „Wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um etwa 0,25 Prozent schrumpft,“ sagt Stefan Schneider, Leiter Makroökonomie bei der Deutschen Bank Research. Auch Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen rechnet für das vierte Quartal mit einem Minus.

Hinter den Zahlen steckt eine erlahmende Weltwirtschaft. Während der Brandherd Euro-Krise weiter schwelt, läuft es inzwischen auch in China und den USA nicht mehr rund. Das trifft die exportlastige deutsche Wirtschaft mit voller Wucht.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Die deutschen Exporte brachen im September um satte 3,4 Prozent ein - so stark wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Einerseits gingen die Ausfuhren in den Euroraum um über 9 Prozent zurück. Andererseits wuchsen die Exporte in Drittländer wie die USA und China nur noch minimal. „Die Unternehmen haben eine schwächere Exportnachfrage aus dem Euroraum bereits erwartet. Das Problem ist allerdings, dass nun auch der Absatz in China und den USA stockt,“ sagt Deutsche Bank-Ökonom Schneider.

„Kurzfristig gibt es in China Risiken, weil es in einigen Märkten Blasentendenzen gibt“, sagt er. In den USA macht die ungewisse Fiskalpolitik Sorgen. Hinzu kommt natürlich die Euro-Krise. Doch auch im Inland gibt es Wachstumsbremsen.

Handelsblatt Online listet auf, was passieren muss, damit die deutsche Wirtschaft wieder wächst.

  • 15.11.2012, 11:24 UhrUmdenker

    @suchgrueblerxy
    Wir haben jetzt schon in vielen Bereichen Punkte erreicht wo durch reine Konkurenz und "mehr Fleiß" keine besseres Produkte oder Dienstleistungen entstehen. Zudem sind viele Absatzmärkte gesättigt (und nein, damit meine ich nicht wir sollten einfach alle noch 2-3x soviel konsumieren, weil dann geht es noch schneller auf den Abgrund zu). Oder was glauben sie weshalb das Kapital (wie auch schon in früheren Zeiten, z.B. 20/30 Jahre) immer stärker sein Heil in Finanzprodukten sucht, die aber keine Investitionen in die Realwirtschaft nach sich ziehen. Heute wird man "produktiver" durch Einsparungen (Stichwort Lohnnebenkosten) und genau das passiert gerade überall.

    Wohlstand sinkt in den Industriestaaten für die grossen Massen und bitte jetzt nicht mit China Vegleich oder so kommen, denn wenn ich ein bestimmtes Niveau erreicht habe, dann kann es nicht der Sinn sein, dass ich mich an noch schlecheren Verhältnissen orientiere und sage "uns gehts ja noch besser", denn nach dem Prinzip dürfen wir ja nicht meckern, solange es irgend ein 3. Welt Land gibt, dem es noch schlechter geht -> gefährliche Einstellung.

    Ich habe auch nicht geschrieben "schenkt jedem Geld und fertig", sondern entweder wir verteilen die Arbeit so (dann ist aber eher ne 20h Woche realistisch), dass jeder Arbeit hat und vom Lohn ein anständiges Leben führen kann und keine allzu grosse Extreme nach unten wie oben entstehen, da dies automatisch zu Machtgefällen führt oder aber wir hören auf die Menschen zu quälen, wenn sowieso nicht genug sinnvolle Arbeit da ist um alle einzubinden.

    Und wieso bessere Autos entstehen wenn die Autobauer gegen- anstatt miteinander arbeiten ist auch einer von vielen Mythen, die man als quasi "Naturgesetz" akzeptiert hat. Wenn mehr Personen mit genialen Ideen und Fachkenntnissen zusammen arbeiten soll also weniger Fortschritt bedeuten, Logik? Ist das vielleicht die Angst davor, dass man dann vielleicht noch weniger Arbeiten müsste, weil weniger Rebungsverluste?

  • 15.11.2012, 00:23 Uhrsuchgrueblerxy

    @umdenker
    Produktivität, Automatisierung, Rationalisierung und mehr Fleiß sind der Preis, wenn ich als Produzent den Vorzug für meine Produkte unter vergleichbarer Qualität bei den Abnehmern wegen meiner Preiswürdigkeit erhalten will insbesondere dann, wenn ich Währungsnachteile und höhere Kosten habe als andere. Es ist richtig, dass die Resourcen heute von den Menschen über Gebühr ausgebeutet werden. Wir können im Rahmen unseres Einflussbereichs unsere Resourcen schonen, sind aber unter diesem Aspekt ebenfalls nicht mit unserem Verbrauch im Gleichgewicht mit der Nachlieferungsmöglichkeit der Natur unseres Einflussbereichs. Ich bin nicht der Meinung, dass man Menschen, die arbeiten könnten, das Geld bedingungslos geben sollte. Würde jeder dieses Geld so nehmen wollen, würde nichts mehr geschaffen und daher könnte dann auch nichts konsumiert werden. Die wirklich relevanten Dinge Nahrungsmittel Bekleidung(im kalten Deutschland) und Wohnen könnte man auch selbst (mit Einschränkungen bei der Gesamtmenge) produzieren, muss aber die weniger relevanten aber wünschenswerten Dinge wie Pflege, Medizin, Bildung dann irgendwie bezahlen, wodurch dann ein wie auch immer gearteter Markt unvermeidlich würde. Würden alle Autobauer zusammenarbeiten und weniger aber gemeinsame Modelle produzieren, gäbe es im Ergebnis bestimmt auch den jeweiligen Zweck erfüllende Autos. Qualitätsbeurteilung und Qualitätssteigerung erfordert aber den Vergleich von verschiedenen Automodellen. Bei einem Einheitsauto würde man Qualitätsmängel mangels Vergleichbarkeit weniger erkennen und deshalb weniger Qualitätsfortschritt erzielen.

  • 14.11.2012, 12:54 UhrANONYM

    Schöne neue Welt! Die deutsche Wirtschaft produziert im Ausland Waren und verkauft sie der Welt. Die Deutschen Arbeitnehmer dürfen dabei zuschauen, wie in Amerika und China diese Waren verkauft werden. Der Verfasser des Berichts hat Sorgen, dass die dort nicht mehr kaufen können - wann sorgt sich eigenlich mal einer um uns Deutsche, damit wir mehr kaufen können?

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