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Arbeitsmarkt: Der Aufschwung bringt viele Jobs

Von "Jobless Growth" keine Spur: Erstmals seit dem Absturz der Konjunktur steigt die Erwerbstätigkeit an. Im zweiten Quartal dieses Jahres waren demnach insgesamt 40,3 Millionen Menschen erwerbstätig - so viele wie noch nie in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung. Auch die Arbeitszeiten werden wieder länger.

Dienstleister, hier das Café Einstein in Berlin, stellen wieder mehr ein. Quelle: Georg Knoll/laif
Dienstleister, hier das Café Einstein in Berlin, stellen wieder mehr ein. Quelle: Georg Knoll/laif

BERLIN/DÜSSELDORF. Sinkt die Arbeitslosigkeit, ist das ein Signal für eine günstige Entwicklung des Arbeitsmarkts. Steigt die Zahl der Erwerbstätigen, ist das ein noch besserer Beleg dafür - es zeigt, dass wirklich mehr Menschen Arbeit finden. Und mit dem aktuellen Konjunkturaufschwung steuert die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland nun sogar bereits auf neue Rekordmarken zu. Das zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes.

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Im zweiten Quartal dieses Jahres waren demnach insgesamt 40,3 Millionen Menschen erwerbstätig - so viele wie noch nie in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, also April bis Juni 2009, fiel der Zuwachs mit plus 72 000 Erwerbstätigen zwar noch überschaubar aus. Es war aber immerhin zugleich der erste Anstieg seit dem Konjunkturabsturz.

Neue Rekordmarken in Sichtweite

Die Daten relativieren erheblich die Sorge, Deutschland drohe eine bittere Phase des "Jobless Growth" - also ein Aufschwung ohne neue Arbeitsplätze. Anlass dafür gab es, da sich die Industrie mit der Jobsicherung per Kurzarbeit hohe Überkapazitäten beim Personal geleistet hatte, die erst wieder ausgelastet werden müssen. Doch auch das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen legt schon wieder viel kräftiger zu als gedacht: Im zweiten Quartal leisteten die Deutschen 2,5 Prozent mehr Arbeitsstunden als ein Jahr zuvor.

Dies stützt auch die Hoffnung, dass die Konjunktur nun zusätzlich von einer stärkeren Binnennachfrage profitiert. "Sowohl steigende Einkommen als auch das Gefühl größerer Arbeitsplatzsicherheit werden den Konsum stützen", folgert Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Für 2011 hält er nun einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Bruttolohn- und Gehaltssumme um drei bis vier Prozent für möglich. Dazu werde auch die Lohnpolitik beitragen - doch sei es "besser, wenn das durch mehr Beschäftigung als durch starke Lohnerhöhungen geschieht".

Tatsächlich wird der gute Beschäftigungstrend vor allem von zwei Faktoren getragen, wie Sabine Klinger vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) analysiert: Zum einen habe der unverhofft kräftige Exportaufschwung dafür gesorgt, dass es in der Industrie nach der ersten Phase der Kurzarbeit nicht zu weiteren Entlassungswellen gekommen sei. Zum anderen seien über die ganze Krise hinweg stetig Stellen im Dienstleistungssektor aufgebaut worden - besonders im Sozial- und Erziehungswesen.

"Im Ergebnis ist die Gesamtentwicklung daher deutlich besser als wir zu Jahresbeginn erwartet hatten", bestätigt die Forscherin. Anfang 2010 hatte das IAB selbst noch in der günstigsten von drei Prognosevarianten einen leichten Rückgang der Erwerbstätigkeit vorausberechnet. Nun kämen die Zahlen jedoch sogar schon dem bisherigen absoluten Rekord von 40,7 Millionen Erwerbstätigen aus dem Boomjahr 2008 nahe, merkte gestern das Statistische Bundesamt an.

Sogar ein Überschreiten dieses Rekords erscheine bereits im weiteren Verlauf dieses Jahres als "durchaus möglich", urteilt Klinger. Noch fehlen dazu zwar 400 000 Erwerbstätige - doch aus der Vergangenheit wisse man, "dass ein solcher Zuwachs in zwei Quartalen nicht ungewöhnlich ist, wenn die wirtschaftliche Entwicklung und das Saisonmuster stabil bleiben". In der Tat erreicht die Erwerbstätigkeit normalerweise jeweils am Jahresende ihr höchstes Niveau. Und selbst im Krisenjahr 2009 war sie von Juni bis Dezember um 427 000 gestiegen.

Spiegelbildlich dazu erhärten die neuen Daten nun die Erwartung, dass die Zahl der Arbeitslosen spätestens im Oktober wieder unter die Marke von drei Millionen sinkt.

  • 21.08.2010, 17:29 UhrAnonymer Benutzer: morchel

    Es gibt kein jornalismus mehr der von mut zeugtehr von feigheit wessen brot ich esse dessen lied ich singe.ehrlichkeit unabhänigkeit sucht man vergebens in den heutigen medienund so wird an der wahrheit so lange geformt und gebogen bis man meint sie passt zu den moralisch verwerflichen standarts der lumpeneliteletztendlich und das sollte euch bewust sein lässt sie sich auf dauer nicht unterdrücken,dieser zeitgewinn bringt garnichts.Der aufschwung ist eure illusion,den niemand spürt ausser ein sehr kleiner teil.

  • 20.08.2010, 10:51 UhrAnonymer Benutzer: 18-formatic

    Alles nur Sprechblasen die dann Platzen.
    Macht euch bitte nicht Lächerlich - seid ehrlich und bitte nicht Statistiken eine neue Fantasievolle Makulatur verpassen.
    Die Krise ist noch nicht vorbei und haben erst recht nicht verpasst.
    Macht bitte den bürger keine illusionen.

  • 20.08.2010, 10:30 UhrAnonymer Benutzer: GreenDax

    Alles im Moment schön und gut, aber die Kurzarbeit läuft im Herbst aus und wird auch nicht mehr verlängert. So eine kurzfristige künstliche beatmung einer eigentlich nicht gesunden Wirtschaft wird dann ab Winter sich übels rächen.

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