
HB BERLIN/FRANKFURT. Die Arbeitnehmer fehlten aus Krankheitsgründen im Durchschnitt nur 3,3 Prozent der Sollarbeitszeit, wie die "Welt" unter Berufung auf eine neue Statistik des Bundesgesundheitsministeriums berichtete. Dies entspreche 7,3 Arbeitstagen.
Der Wert bedeute einen Gleichstand gegenüber dem Vorjahr (3,37 Prozent der Sollarbeitszeit) und gehöre zu den niedrigsten seit Einführung der Krankenstandstatistik im Jahr 1970. Vor zehn Jahren fehlten die Beschäftigten wegen Krankheit noch 4,26 Prozent der Sollarbeitszeit - das waren 22 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr.
Die Statistik des Ministeriums erfasst laut dem Bericht die Krankenstände aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer. Als ein wichtiger Grund für den niedrigen Krankenstand wird häufig die Angst vor einem Jobverlust in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit genannt.
Am häufigsten fehlten die Beschäftigten laut dem Ministerium im April 2009 mit 3,94 Prozent der Sollarbeitszeit, am wenigsten waren sie aus Krankheitsgründen im Januar abwesend (2,97 Prozent der Sollarbeitszeit). Die Fehlquote von Frauen (3,5 Prozent) war 2009 höher als bei Männern (3,2 Prozent).
Durch Arbeitszeitverkürzungen sind in diesem Jahr rechnerisch rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze gesichert worden. Etwa ein Drittel davon entfalle auf die Kurzarbeit, sagte Eugen Spitznagel vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der "Frankfurter Rundschau". Insgesamt ging die Arbeitszeit der Beschäftigten in Deutschland um rund 50 Stunden pro Kopf oder drei Prozent zurück. Das IAB ist das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit.
Ein weiteres Drittel der Arbeitszeitverkürzungen sei auf Instrumente wie die tarifliche Verkürzung der Wochenarbeitszeit, das Vorziehen von Urlaubsansprüchen und mehr Teilzeit zurückzuführen, erläuterte Spitznagel, der Leiter der IAB-Forschungsgruppe Arbeitszeit und Arbeitsmarkt ist. Das letzte Drittel entfalle auf den Abbau von Überstunden und das Leeren von Arbeitszeitkonten.