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Auftragseingang: US-Konjunkturdaten schüren Angst vor „Double Dip“

Fed-Chef Ben Bernanke kann seine kürzlich getroffenen Konjunkturprognosen mittlerweile ruhigen Gewissens als „prophetisch“ bezeichnen. Bernanke sprach unlängst von einem ungewöhnlich unsicheren Konjunkturausblick – der überraschende Rückgang bei den industriellen Auftragseingängen gibt ihm diesbezüglich recht.

Die Auftragseingänge in der Industrie, auch bei Fahrzeugherstellern, ist erneut zurückgegangen. Quelle: Reuters
Die Auftragseingänge in der Industrie, auch bei Fahrzeugherstellern, ist erneut zurückgegangen. Quelle: Reuters

HB WASHINGTON. In den USA häufen sich die Signale einer schwächeren Konjunkturentwicklung. Die Aufträge der US-Industrie für Maschinen, Fahrzeuge und andere langlebige Güter fielen im Juni überraschend um ein Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Es war der zweite Rückgang in Folge und der stärkste seit August 2009. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von einem Prozent gerechnet. „Die Daten sind schwächer als erwartet und könnten das Bild bestätigen, dass die Wirtschaft in eine Rezession zurückfällt“, sagte Bruce Bittles, Analyst bei Robert W. Baird & Co.

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Mit den Auftragseingängen setze sich die Reihe schwacher US-Konjunkturdaten fort. Zwar gelten die Daten unter anderem wegen der schwankenden Flugzeugbestellungen bei Boeing als volatil und verzerrt. Doch werteten Analysten den Rückgang der Aufträge als weiteren Hinweis für eine Verlangsamung des Wachstumstempos der weltgrößten Volkswirtschaft. In Erwartung einer Abkühlung der US-Wirtschaft haben Anleger am Mittwoch daher bereits bei Rentenpapieren zugegriffen.

„Offenbar waren die kürzlich von der US-Notenbank Fed geäußerten Sorgen über eine Abschwächung der US-Konjunktur nicht unbegründet“, sagte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Thomas Amend. „Jetzt fragt man sich, wie lange sich die US-Konjunktur noch hält.“ Nach Einschätzung seines Kollegen Heinrich Bayer von der Postbank besteht jedoch nicht die Gefahr eines erneuten Abrutschens der USA in die Rezession. Dafür habe sich der Auftragseingang mit einem Prozent zu moderat abgeschwächt.

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte jüngst von einem ungewöhnlich unsicheren Konjunkturausblick für die weltweit größte Volkswirtschaft gesprochen. Die Fed sei bereit, neue geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um die Konjunktur zu stützen. Bernankes Sorgen konzentrierten sich aber in erster Linie auf den Arbeits- sowie den Häusermarkt.

  • 28.07.2010, 22:19 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    Weder ein „V“, wie es vor ein paar Monaten prognostiziert wurde, noch ein „W“, wie man uns heute Glauben machen möchte, sondern ein „L“, wobei wir auf der Talfahrt gerade mal die Hälfte zurückgelegt haben.
    Obama hat den Kollaps der US-Verbraucher nur damit verhindern können, dass er die Rückzahlung der Kreditkarten- und Kleinkredite in Höhe von 2,7 billionen Dollar auf unbegrenzte Zeit hinausgeschoben hatte. Mangels Umsatz, also ohne Geschäftsmodell und kurz vor der insolvenz haben einige Kreditkarten-Firmen sich doch wieder dazu entschlossen, Kredite an jedermann zu vergeben. Vielleicht sogar mit bürgschaft des Staates, wer weiß das.
    Aber diese Schulden können auch nicht, wie bis Mitte 2007 in Hypothekenkredite umgeschuldet werden. Also finanziert die US-Regierung auf Pump die derzeitigen Kreditkartenkredite. So kann der Kollaps noch a bissl hinausgeschoben werden.... bis der freie Fall von neuem beginnt, weil die Chinesen und Japaner endlich merken ....

    Wie soll man es schaffen, ohne Realwirtschaft, einer sich am Siechtum befindenden Finanzwirtschaft und ohne Perpetuum-Mobile „Wohlstand auf Pump“ überhaupt mal wieder auf die beine zu kommen?

    Der erträumte Aufschwung – Eine Fata Morgana.

  • 28.07.2010, 22:16 UhrAnonymer Benutzer: no.7

    @plebs. Es besteht für die USA die Möglichkeit, auf eine gefährliche Maßnahme wie das Gelddrucken zu verzichten und die wirtschaft fallen zu lassen. ins bodenlose wird man nicht fallen, das ist eigentlich nicht wahrscheinlich. Die Consumer Nation muß sich wieder an harte arbeit anstatt an Finanzspekulation und investmentbanking zur erwirtschaftung des wohlstandes gewöhnen, auch wenn sie daran keinen Geschmack findet. Die Zeit der tricks ist nunmal vorbei, und vom äußersten sollte man die finger lassen. Genau dasselbe gilt für die, die den Überkonsum begeistert geliefert haben, z.b. Deutschland. Der exportwahn ist der falsche weg, wir verursachen uns unter dem strich mehr Schaden als Nutzen dadurch, und wir sorgen damit dafür, daß die Schieflage bei den warenströmen nicht beseitigt wird. Wir werden mit diesem Export-um-jeden-Preis nicht glücklich werden, da kann man sicher sein.

  • 28.07.2010, 21:05 UhrAnonymer Benutzer: Plebs

    bernanke droht mit dem Konzept der Reflationierung durch Zinssenkung, dass die USA seit ca. 30 Jahren immer und immer wieder angewendet haben, schlussendlich zu scheitern. Rein rechnerisch hätte er wohl die Zinsen auf -2% oder -1% senken müssen. Doch das hat selbst die "GeldruckerFED" sich nicht getraut.
    Das wäre dann auch das Ende der Ära "Gute inflation", d.h. Preissteigerungen mit (real) steigenden Löhnen und steigenden (buch)vermögen (immo, Aktien, Pensionsvermögen).
    Kommt es bei 0% Zins nun erneut tatsächlich zur Rezession, hilft nur noch die "böse inflation", d.h. Gelddrucken und direkte Ausgabe der Scheine an die bevölkerung aber mit (real und nominal) stark sinkenden (verfallenden) Löhnen und (buch)vermögen.
    Das bedeutet (neben der Vernichtung der "Devisenreserven" der ausl. Staatsfonds und Unternehmen) auch die explosionsartige Massenverarmung der amerik. bevölkerung.
    Und das Ziel ? Herunterdrücken der Produktionskosten bis auf z.b. chinesisches Niveau, um so einen neuen, starken, international wettbewerbsfähigen Exportsektor zu schaffen, der die unselige und verhängnisvolle Ära der Consumer Nation (=Dienstleistungsgesellschaft) unter blut und Tränen beendet.
    Der Preis dafür ist (mind.) eine "verlorene" Generation.
    Und selbst die fanatischsten Feinde der USA werden kaum Grund zur Freude haben, weil sie mindestens den gleichen Preis bezahlen werden müssen.

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