Auslandsverschuldung wird begrenzt: China zügelt Wachstum auf Pump

Auslandsverschuldung wird begrenzt
China zügelt Wachstum auf Pump

Peking tritt auf die Bremse: China begrenzt die Auslandsverschuldung der Banken und damit auch den massiven Kapitalzufluss in die boomende Wirtschaft.

HB PEKING. Die staatliche Devisenbehörde (Safe) äußerte sich am Freitag besorgt, dass die Verschuldung der Institute im Ausland rapide zunehme. Heimische Banken müssten daher ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten außerhalb Chinas bis Ende März 2008 stufenweise auf 30 Prozent des Niveaus von 2006 herunterfahren, hieß es in einer Safe-Erklärung im Internet. Banken in ausländischer Hand und andere Finanzinstitute seien aufgefordert, die Auslandsschulden in demselben Zeitraum auf 60 Prozent zu verringern.

Volkswirte erkannten in den Maßnahmen zwei wesentliche Motive der kommunistischen Regierung. Zum einen sollten die Kapitalströme nach China und damit der Aufwertungsdruck auf die Landeswährung Yuan verringert werden. Dies könnte auch die überschüssige Liquidität im Bankensystem reduzieren.

Zum anderen hilft die Staatsführung so dem noch schwach entwickelten chinesischen Geldmarkt auf die Beine. Safe kündigte an, den kaum vorhandenen Devisen-Swap-Markt auszubauen. Zudem werde es künftig einfacher für ausländische Institute, am Interbankenmarkt tätig zu werden, versprach die Behörde. Die Restriktionen würden dadurch abgemildert, dass die Definition von kurzfristigen Schulden gelockert werde.

Ein ausländischer Banker warnte dennoch, die Maßnahmen könnten auch den Expansionshunger nicht-chinesischer Banken in China bremsen. Diese Institute benötigen massiv Gelder aus dem Ausland, da sie kaum über ein Filialnetz verfügen und sich zudem nur wenig Geld am Interbanken-Markt leihen dürfen. Safe zufolge ist die gesamte Auslandsverschuldung Chinas im vergangenen Jahr um 14 Prozent von zuvor 281 Milliarden Dollar gestiegen. Die gesamten Währungsreserven des Landes beliefen sich Ende 2006 auf mehr als eine Billion Dollar.

Wozu ein Stottern der chinesischen Wirtschaft führen kann, hat der weltweite Börseneinbruch am Dienstag gezeigt. Ein Kursrutsch an der Schanghaier Börse führte zu Verunsicherung bei den Anlegern und zu den größten Verlusten seit 2001.Von Fernost bis New York rauschten die Kurse nach unten.

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