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Außenhandel: China legt beim Export eine Schippe drauf

Die chinesischen Exporte sind im Oktober stärker gestiegen als erwartet. Ihre Ziele für dieses Jahr wird die Volksrepublik aber nicht erreichen. Die Aussichten für die nächsten Monate seien „vergleichsweise düster“.

Chinesisches Containerschiff im Hamburger Hafen: Der Export zieht wieder an. Quelle: dpa
Chinesisches Containerschiff im Hamburger Hafen: Der Export zieht wieder an. Quelle: dpa

PekingTrotz einer leichten Erholung der Exporte im Oktober wird China seine Außenhandelsziele für dieses Jahr nicht erreichen. Die Aussichten für die nächsten Monate seien „vergleichsweise düster“, sagte Handelsminister Chen Deming am Samstag bei einer Pressekonferenz anlässlich des laufenden Parteitages der Kommunistischen Partei in Peking.

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Die Exporte stiegen im Oktober etwas stärker als erwartet um 11,6 Prozent auf 175,6 Milliarden Dollar (138 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Importe legten dagegen weiter schwach um 2,4 Prozent zu. Sie erreichten im Oktober ein Volumen von 143,6 Milliarden Dollar, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Der Handelsüberschuss betrug damit 32 Milliarden Dollar im Vergleich zu 27,7 Milliarden Dollar im September.

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Nach weiteren Angaben des Statistikamtes in Peking wuchs der Außenhandel in den ersten zehn Monaten des Jahres um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das erklärte Ziel der Regierung, nach 22,5 Prozent Zuwachs im Vorjahr in diesem Jahr zumindest zehn Prozent zu erreichen, kann damit nicht mehr erreicht werden.

Handelsminister Chen Deming sagte, der Außenhandel leide unter der schwachen Nachfrage wegen der globalen Wirtschaftsprobleme, den wachsenden Produktionskosten in China selbst und dem zunehmenden Handelsprotektionismus. Im nächsten Jahr werde es weiter „viele Schwierigkeiten“ geben.

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Das Statistikamt des Landes hatte am Freitag pünktlich zum 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas günstige Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Im Oktober stiegen Industrieproduktion, Einzelhandelsumsatz und Investitionen demnach kräftig an. Peking kann somit zum Jahresende mit einem hohen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts rechnen. Gleichzeitig sank die Inflationsrate auf 1,7 Prozent im Oktober, den niedrigsten Stand seit Anfang 2010.

Seit sieben Quartalen verzeichnete China zuletzt keine Steigerung mehr. Im dritten Quartal 2012 verlangsamte sich das Wachstum auf 7,4 Prozent, die niedrigste Zunahme seit Anfang 2009 in der Finanzkrise. Dennoch, so die Einschätzung der zentralen Planungsbehörde, dürfte die Wirtschaft die kritische Marke von 7,5 Prozent übertreffen.

  • 10.11.2012, 12:13 UhrOldi

    Ich könnte mir vorstellen, das Chinas Exporte auch noch weiter zulegen werden. Die Kaufkraft in der Eurozone schrumft und da greift man schon mal lieber auf billigere Produkte zu.

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