BIP steigt 2005 um 0,9 Prozent: Exporte stützen Wirtschaftswachstum

BIP steigt 2005 um 0,9 Prozent
Exporte stützen Wirtschaftswachstum

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr wie erwartet abgeschwächt. Das BIP stieg 2005 um 0,9 Prozent nach 1,6 Prozent in 2004. Das deutsche Staatsdefizit verstieß mit 3,5 Prozent zum vierten Mal in Folge gegen den Stabilitätspakt. Experten sehen trotzdem deutliche Zeichen für ein Ende der Stagnation.

HB BERLIN. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vergangenen Jahr real um 0,9 Prozent zu, berichtete das Statistische Bundesamt. Korrigiere man diese Zahl um die geringere Zahl an Arbeitstagen, so war das Wachstum 2005 genauso stark wie 2004 und erreichte in beiden Jahren etwas mehr als ein Prozent, hieß es. Dies werten Ökonomen als Basis für einen Aufschwung, der 2006 in das stärkste Wachstum seit sechs Jahren münden soll.

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde im vergangenen Jahr fast ausschließlich vom Export getragen. Dabei profitierten die Unternehmen von der starken Weltwirtschaft. Gravierendstes Problem der deutschen Konjunktur ist nach wie vor die schwache Binnennachfrage. Der private Konsum stagnierte und trug nicht zum Wachstum bei.

Die Exporte stiegen den Angaben zufolge um 6,2 Prozent, die Importe legten um 5,0 Prozent zu. Die Ausgaben der deutschen Verbraucher blieben im vergangenen Jahr unverändert. Die Ausrüstungsinvestitionen kletterten um 4,0 Prozent. Die staatliche Defizitquote lag bei 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und damit das vierte Jahr in Folge über der europäischen Defizit-Grenze von drei Prozent.

Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem beschleunigten Wachstum. Die meisten Volkswirte und Institute haben zuletzt ihre Erwartungen für das Wachstum 2006 erhöht und halten teilweise bis zu zwei Prozent für möglich.

Das deutsche Staatsdefizit überschritt 2005 mit 3,5 Prozent erneut die erlaubte Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bund, Länder und Kommunen gaben 78,0 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen. Deutschland verletzt seit dem Jahr 2002 die Grenze des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes. 2004 hatte sich das Defizit auf 3,7 Prozent belaufen.

Um das deutsche Defizit gibt es seit längerem Streit zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission. Seit gut zwei Jahren liegt das Strafverfahren gegen Deutschland auf Eis. Die EU-Kommission will das Verfahren in Richtung von Sanktionen verschärfen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte angekündigt, Deutschland werde 2007 die Defizitgrenze wieder einhalten.

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