BIP-Wachstum Britische Wirtschaft hängt Deutschland ab

Die britische Wirtschaft ist 2014 um 2,6 Prozent gewachsen und hat dabei auch Deutschland weit hinter sich gelassen. Voraussichtlich wird kein Industrieland der Welt diese Marke überbieten können.
Update: 27.01.2015 - 12:47 Uhr 12 Kommentare
Die britische Wirtschaft ist im Jahr 2014 um 2,6 Prozent gewachsen. Quelle: Reuters

Die britische Wirtschaft ist im Jahr 2014 um 2,6 Prozent gewachsen.

(Foto: Reuters)

LondonDie britische Wirtschaft ist 2014 dank einer boomenden Dienstleistungsbranche so schnell gewachsen wie seit sieben Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 2,6 Prozent zu, wie das Statistikamt am Dienstag in London mitteilte.
Voraussichtlich schaffte kein großes Industrieland der Welt ein höheres Tempo, wenn der Internationale Währungsfonds mit seinen Prognosen richtig liegt. Deutschland kam nur auf ein Plus von 1,5 Prozent, die meisten anderen Staaten veröffentlichen ihre Daten erst noch. Großbritanniens Regierungschef David Cameron erhält damit Rückenwind von der Konjunktur für die Parlamentswahl im Mai.

„Die Erholung geht weiter“, betonte sein Finanzminister George Osborne. „Unser Plan ist es, Großbritannien vor einem wirtschaftlichen Sturm zu schützen“, sagte er mit Blick auf die geopolitischen Risiken wie die Ukraine-Krise. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen im laufenden Jahr nur noch mit einem Plus von 2,4 Prozent, während der IWF von 2,7 Prozent ausgeht.

Ende 2014 verlor der Aufschwung auf der Insel allerdings deutlicher als erwartet an Tempo. Die Wirtschaft wuchs von Oktober bis Dezember nur noch um 0,5 Prozent. „Der dominierende Dienstleistungssektor bleibt in Schwung“, erklärte der Chefvolkswirt des Statistikamtes, Joe Grice. „Aber Industrie, Bausektor und Bergbau schrumpften.“ Wegen der starken Finanzbranche in London sind die Dienstleister hier wesentlich wichtiger als in anderen Ländern. „Enttäuschend ist, wie unausgewogen das Wachstum zuletzt war“, sagte Howard Archer von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Global Insight.

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12 Kommentare zu "BIP-Wachstum: Britische Wirtschaft hängt Deutschland ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sie haben da einiges nicht verstanden. Die 2,6% Wirtschaftswachstum in UK sind offiziell schon ein reales Wachstum. Das nominale Wachstum dürfte so um die 4% gewesen sein.
    Das Problem ist nur das die steigenden Immobilienpreise nicht als Inflation gewertet werden. Ob diese Sichtweise ok ist, darüber kann man sich streiten. In meinen Augen ist es nicht ok. Allerdings sollten die Journalisten schon darauf hinweisen, dass ca. die Hälfte des Wirschaftswachstums in UK allein auf die steigenden Immobilienpreise zurück zuführen ist und die sind eine direkte Folge des QE. Natürlich ist es armselig wenn Politiker u. Journalisten uns das als reales Wirtschaftswachstum verkaufen wollen.
    In bin mir aber eh sicher, dass Sie diese Zusammenhänge eh nicht verstehen und auch nicht verstehen wollen. Jemand der sich den Mist von RT anschaut und das auch noch glaubt, dem ist einfach nicht zu helfen. Wir sollten natürlich alles kritisch hinterfragen was unsere Medien uns so auftischen, aber zu glauben, dass RT besser wäre ist lächerlich. Jemand der RT mehr glauben schenkt als den westlichen Medien ist überhaupt nicht in der Lage irgendwas kritisch zu hinterfragen.

  • LOL, ich hoffe Sie meinen das ironisch.

    Großbritannien hat heute so gut wie keine Industrie mehr. Kaum ein anderes Land hat in Relation zum BIP ein größeres Leistungsbilanzdefizit als UK. Deutschland hat hingegen einen riesigen Leistungsbilanzüberschuss. Wir produzieren viel mehr als wir selbst verbrauchen. Selbst der deutsche Handel mit China war im letzten Jahr ausgeglichen. Dieses Jahr wird Deutschland sogar mehr Güter nach China exportieren als wir von dort importieren.

    Der Grund warum die Wirtschaft in UK "angeblich" schneller wächst ist das QE, das führt z.B. zu ständig steigenden Immobilienpreisen. Genau genommen ist das nichts anderes als Inflation. Diese wird aber von der Statistik nicht als solche gewertet. Die Statistik wertet diesen nur auf dem Papier stehenden Wertzuwachs als Wirtschaftswachstum. Es ist ein Armutszeugnis des Journalismus, dass er nicht auf diese Zusammenhänge hinweist.

  • Britische Wirtschaft hängt Deutschland ab

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    Bestimmt liegt es daran...

    dass England nicht von CHINA importiert wie Deutschland...

    sondern England selber herstellt ???




  • Sehr schöner Link!

    Vor allem zeigt er folgendes: die Staatsverschuldung von GB hat sich absolut seit 2004 mehr als verdreifacht!

    Auf die Wirtschaftsleistung gerechnet nimmt die Verschuldung im letzten Jahr "nur" um 1,5 zu (obwohl absolut wieder ein deutlicher Anstieg zu registrieren ist). Ergo, sie haben wieder viel virtuelle Wirtschaftsleistung, mehr nicht! Wenn das Geld drucken wegfällt (nur eine Frage der Zeit) gibt es wieder das Rezessionsgeheule....

  • Wenn die Inflation durch das Wohlstandsgelddrucken hoch genug ist, klappt es auch mit der nominellen Erhöhung des BIPs... Zu feiern gibt's da allerdings nichts - höchstens, dass sich der Staat auf Kosten seiner sparenden Bürger entschuldet. Mainstream stellt es eben anders dar. Selbst denken hilft. Und mir gefällt auch das Motto von RT: Question more! Da können sich so einige eine Scheibe abschneiden...

  • Das können wir der Presse nicht anlasten. Da können wir nur kritisieren, dass sie nicht wiederholt und laut auf die Tatsache hinweisst, dass das ganz offiziell (und nicht nur bei den Angelsachsen) so verbucht wird.

    An diesem Umstand hängen ca. 75 % der politischen Diskussion. Alle die von Rezession durch Sparen schwafeln haben genau diesen Punkt nicht verstanden. Wenn man durch Finanzblasen sich eine virtuelle Wirtschaftsleistung errechnet, produziert automatisch schlechte Wirtschaftszahlen, wenn diese platzt oder man langsam die Luft aus ihr herauslässt.

    In einem solchen System gehts der breiten Bevölkerung immer schlechter, egal ob es Wachstum gibt oder nicht. Aber auch das ist egal.

    Wenn man sich den Lebensstandard in Nord- und Südeuropa ansieht, dann ist offensichtlich dass dieser im Süden deutlich niedriger lag und mit der Euroeinführung ein großer Aufschwung kam. Trotzdem haben wir vielleicht über die Hälfte der Wirtschaftswissenschaftler, die das "Nordsystem" als das Problem identifzieren. Die warnen dann auch immer vor japanischen Verhältnissen, obwohl Japan überhaupt nicht gespart hat, auch die Tatsache stört nicht...

  • EU-Länder, die nicht den inkompatiblen Euro haben, liegen vor den Ländern der Euro-Zone in Bezug auf Wachstum.

    Das aber haben intelligente Leute schon vor 10 Jahren vorausgesagt.

    Nur Erika und ihr Politbüro haben das nie geglaubt.

  • @Tom Schmidt

    Witzig, genau das war auch mein erster Impuls: Mit welchen Produkten sind sie denn eigentlich gewachsen? Wenn, wie zu befürchten, die Presse Pyramidenspiele & Schneeballsysteme und andere Arten des legalen Finanzbetrugs unkritisch unter "Wachstum" verbucht, macht sie sich wenn nicht zur "Lügenpresse" so doch immerhin zur "AgitProp-Presse".

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe  

  • Wenn eine Volkswirtschaft wächst, dann sollte man sofort fragen wer sich dafür verschuldet hat. Im Falle von England hat man das gleich:

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/167311/umfrage/staatsverschuldung-von-grossbritannien/

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