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Blendende Konjunkturaussichten: Deutschland fährt die Ernte der harten Reformen ein

Kaum ein Land hat die Weltrezession so gut überstanden wie Deutschland. Die Wirtschaft boomt, und an eine Momentaufnahme glauben Ökonomen nicht mehr, sondern sind sich mit jedem Monat, den der Aufschwung währt, sicherer, dass die größte Volkswirtschaft Europas langfristig erfolgreich sein wird.

MAN-Mechaniker im Werk Oberhausen: Das konjunkturelle Hoch hält an. Quelle: dpa
MAN-Mechaniker im Werk Oberhausen: Das konjunkturelle Hoch hält an. Quelle: dpa

FRANKFURT. Verkehrte Welt: Während der einstige Wachstumschampion Europas, Irland, unter seinem Haushaltsdefizit ächzt und gerade wieder in die Rezession zurückfiel, findet Deutschland bereits seit dem Frühjahr 2009 den Weg aus der Krise und boomt wie lange nicht mehr. Der stabile Weg nach oben sorgt inzwischen für eine ganz unwissenschaftliche Euphorie unter den Ökonomen. Sie glauben nicht länger an eine Momentaufnahme, sondern sind sich mit jedem Monat, den der Aufschwung währt, sicherer, dass die größte Volkswirtschaft Europas langfristig auf Erfolgskurs ist.

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„Für Deutschland nahen nun endlich die biblischen sieben fetten Jahre“, jubelt Daniel Gros, Direktor des Brüsseler Wirtschaftsforschungsinstituts CEPS. Und Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer stimmt in den Chor der Begeisterten in einem Handelsblatt-Gastbeitrag ein: Dank der Agenda 2010 und der von Unternehmen, Belegschaften und Gewerkschaften unternommenen Anstrengungen hat sich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Verlauf der letzten fünf Jahre „gewaltig“ verbessert. „Deutschland hat sein ehemals verkrustetes Sozialsystem vor Jahren reformiert und fährt nun die Ernte dafür ein“, sagt Mohammed el Erian, Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco.

„Aus Deutschland wird nicht ganz das neue Spanien, aber es wird in diese Richtung gehen“, sagt Gros. Der Immobilienmarkt werde einen Aufschwung erleben, die Beschäftigung weiter steigen. „Dann werden auch bald die Löhne steigen und die Steuereinnahmen anziehen“, lautet seine Prognose. Gros hatte bereits 2005 treffend die Gründe für die schlechte Entwicklung in Deutschland und die viel bessere in Spanien, Irland und Griechenland analysiert und eine Krise der Peripherieländer prognostiziert.

Eine Kassandra wird euphorisch

Gros stützt damit die jüngste These von Hans-Werner Sinn, dem Präsidenten des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, einem langjährigen Kritiker des deutschen Geschäftsmodells. Seit einigen Wochen preist auch Sinn die deutschen Perspektiven und verspricht einen jahrelangen Boom. „Das konjunkturelle Hoch hält an“, sagte er am Freitag, nachdem der Ifo-Index entgegen allen Erwartungen erneut gestiegen war. Der Geschäftsklimaindex erreichte den höchsten Stand seit drei Jahren. Und bei den Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate ließ der Optimismus kaum nach.

Die kurz zuvor veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und anderen EU-Ländern zeigen den direkten Vergleich. Sie fielen zwar überall im Vergleich zum Vormonat, lagen aber immer noch deutlich im Expansionsbereich und in Deutschland höher als in den anderen Ländern. Daher trauen die Ökonomen von Goldman Sachs, Deutscher Bank und Barclays Capital Deutschland in diesem und im nächsten Jahr gar ein annähernd doppelt so hohes Wachstum wie der Euro-Zone zu. Das gab es noch nie. Selbst die bislang eher pessimistischen IWF-Volkswirte rechnen nach einem „Spiegel“-Bericht für dieses Jahr mit 3,3 Prozent und 2011 mit zwei Prozent Wachstum in Deutschland.

  • 28.09.2010, 14:27 UhrAnonymer Benutzer: Worldwatch

    Mag schon sein, dass es fuer d. deutsche Wirtschaft boomt und brummt.

    Die Frage ist gestattet, in welcher Region der Welt, und wo dort Jobs entstehen, und ob die interessen der breiten bevoekerung dadurch besser erfuellt wuerden.

    Oder habe ich, weil so fern der Heimat, etwa nicht mitbekommen, dass wir Vollbeschaeftigung in D. haben werden, und die Kassen alsbald und allerorts nur so klingeln vor Ueberschusseingaengen?

  • 28.09.2010, 01:57 UhrAnonymer Benutzer: no.7

    @mcmaier. reines Propaganda-bla-bla ist das doch. genau wie vor 2 Jahren, wo sie wachstum bis ultimo propagierten. ein paar wochen später brachen die exporte drastisch ein und mutti lobte gleich ein "Konjunkturpaket" aus. Das jetzige deutsche wachstum ist doch zu 80% aus den verschiedensten Staatshaushalten finanziert-natürlich überall auf Pump. Und die halten das für bare münze. Obschon die USA und der welthandel auf stagnation zulaufen, wird für Deutschland das goldene Wachstums-Jahrhundert postuliert. Naja, wer diesen mumpitz glauben mag. Man will uns hier weismachen, wie segensreich die Lohndrückerei durch die Zeitarbeit und Hartz 4 angeblich gewirkt haben. Dabei ist dieser aufschwung durch Schuldenmacherei herbeimanipuliert. da fällt einem nix, wirklich nix mehr ein !

  • 28.09.2010, 01:47 UhrAnonymer Benutzer: Systemling

    Eine Farce was wieder in allen deutschen Gazetten hinausposaunt wird.

    Wahrscheinlich wird nur die Vorbereitung getroffen dass das deutsche Michel-Schaf bereitwillig zuschaut wenn es im kommenden quantitative easying 2.0 die Schulden der Welt auf des Deutschen Schulden geladen werden.

    Die Propaganda und Gleichschaltung der kompletten deutschen Medien widert an.

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