Boomende Konjunktur: US-Wirtschaft strotzt vor Zuversicht

Boomende Konjunktur
US-Wirtschaft strotzt vor Zuversicht

"Amerika, du hast es besser", wusste schon der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Diese Weisheit scheint sich auch im neuen Jahr zu bestätigen. Der Börsenindex Dow Jones hat wieder die 11 000er Marke übersprungen, die US-Unternehmen fahren seit zweieinhalb Jahren zweistellige Gewinnzuwächse ein und die Arbeitslosenquote liegt unter fünf Prozent.

HB NEW YORK. Der wirtschaftliche Aufschwung in der größten Volkswirtschaft der Erde geht in sein fünftes Jahr. Die Volkswirte an der Wall Street erwarten 2006 ein Wirtschaftswachstum von rund 3,5 Prozent.

Das liegt zwar unter dem Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre, als die US-Wirtschaft mit mehr als vier Prozent davonzog. Behalten die Konjunktur-Propheten Recht, werden die Amerikaner aber auch in diesem Jahr ihr Wachstumspotenzial voll ausschöpfen. "Zumindest für das erste Halbjahr sieht es sehr gut aus", sagt Ethan Harris, Chefvolkswirt der Investmentbank Lehman Brothers in New York.

Wie viele seiner Kollegen erwartet Harris, dass insbesondere die Investitionstätigkeit der Unternehmen die Wirtschaft unter Dampf hält. Die Firmen hätten in den vergangenen Jahren ihr Haus in Ordnung gebracht und ihre Bilanzen bereinigt. Jetzt seien der Bedarf und auch das Geld für neue Investitionen vorhanden.

Bislang wurde die Konjunktur in den USA vor allem vom traditionell starken privaten Konsum und dem boomenden Immobilienmarkt getragen. Ökonomen erwarten jedoch, dass diese beiden Stützen der Wirtschaft im neuen Jahr an Kraft verlieren. Durch die bereits spürbare Abkühlung auf dem Immobilienmarkt, so die Prognose, würden die Amerikaner die wichtigste Geldquelle für ihre Konsumausgaben verlieren. Haben doch viele US-Bürger in den letzten Jahren die stark gestiegenen Preise ihrer Häuser genutzt, um Hypothekenkredite günstig zu refinanzieren und ihr Immobilienvermögen zu beleihen.

"Der Immobilienboom ebbt ab und das wird auch den privaten Verbrauch nach unten ziehen", sagt David Wyss, Chefvolkswirt der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in New York. Im letzten Quartal 2005 seien bereits die Autoverkäufe eingebrochen, so dass der Konsum vermutlich über ein kleines Plus von 0,5 Prozent nicht hinauskommen werde. Für das Gesamtjahr 2006 sollen es dann immerhin noch etwas mehr als drei Prozent werden.

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