Bruttoinlandsprodukt
Deutsche Wirtschaft wächst 0,4 Prozent

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im Frühjahr leicht beschleunigt. Die Exportwirtschaft profitierte von der Euro-Schwäche – und auch die Verbraucher können mehr ausgeben.
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WiesbadenDie deutsche Wirtschaft kommt nach einem Dämpfer zum Jahresauftakt wieder etwas besser in Fahrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Positive Impulse kamen vor allem vom Außenbeitrag. Die Exportnation Deutschland profitiert seit Monaten vom schwachen Euro. Das macht Waren „Made in Germany“ außerhalb der Eurozone günstiger. Die deutsche Exportwirtschaft legte trotz eines leichten Dämpfers im Juni das stärkste erste Halbjahr seit 2011 hin und ist für das Gesamtjahr auf Rekordkurs.

Zudem begünstigt der niedrige Ölpreis viele Unternehmen - und stärkt zugleich die Kaufkraft der Verbraucher. Denn sie können tendenziell günstiger tanken und heizen und haben deshalb mehr Geld für andere Dinge übrig. Das schiebt den Konsum als Konjunkturtreiber an.

Zum Jahresauftakt war der deutsche Konjunkturmotor etwas ins Stottern geraten: Das reale BIP stieg nach starken drei Monaten zum Jahresende 2014 in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorquartal nur noch um vergleichsweise geringe 0,3 Prozent. Damals bremste der Außenbeitrag - die Differenz der Entwicklung von Exporten und Importen: Zwar wurden im ersten Quartal mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als Ende 2014. Doch die Einfuhren nach Deutschland stiegen in dem Zeitraum noch sehr viel kräftiger.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bruttoinlandsprodukt: Deutsche Wirtschaft wächst 0,4 Prozent"

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  • Wer von drei Prozent Wachstum träumt, sollte bedenken, dass solches Wachstum die Verdopplung des BIP in 25 Jahren bedeutet. Bis 2100 mag es ja gerade noch so gehen, weil dann die Wirtschaft "nur" rund das 12 Fache von 2015 leisten müsste. Rechnen si nicht bis 2200, denn dann müssten es schon fast zweihundert mal mehr sein. Das halten weder die Erde noch die Menschen aus.

  • Lieber Marc Hofmann!
    Teilen Sie doch bitte 3 Prozent im Jahr durch 4 Quartale. Merken Sie etwas?

  • Warum wächst Deutschland "nur" 0,4 Prozent? Der Export, 40 Prozent der Wirtschaftsleistung, ist um 7 Prozent gewachsen. Der private Konsum und der Staatskonsum sind über 3 Prozent gewachsen. Warum wächst dann die Gesamtwirtschaft nich auch mindestens um 3 Prozent im Jahr oder um 0,7 Prozent im Quartal? Weil trotz steigender Nachfrage im Export und auf dem Binnenmarkt die Unternehmen nicht genug Investieren. Warum ist denn das so, bei Nullzins und hohen Überschüssen durch niedrige Rohstoffpreise? Das sollen unds die Experten der VWL doch mal erklären.
    Während andere Staaten ihr Wachstum in die Lagerhaltung steigern und dadurch überhaupt Wachstum erzielen, werden in Deutschland die Lager geräumt. Die Unternehmen entsparen ihre Lager also. Was mögen die Gründe dafür sein? Was meinen Wirtschaftsweise und Forschungsinstitute? Was meint Prof. Sinn?
    Für Italien und Frankreich gelten die gleichen Konditionen wie für Deutschland. Warum wachsen die nicht ebenso? Wird das HB Antworten finden?

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