Bruttoinlandsprodukt Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Das Wirtschaftswachstum hat sich zum Jahresende etwas abgeschwächt. Ökonomen sagen dennoch: „Der Wachstumsturbo bleibt eingeschaltet.“
Update: 14.02.2018 - 08:44 Uhr 1 Kommentar

2017: Wieder ein Rekordjahr für die deutsche Wirtschaft

2017: Wieder ein Rekordjahr für die deutsche Wirtschaft

BerlinDer deutsche Aufschwung hat Ende 2017 leicht an Fahrt verloren. Dank kräftig anziehender Exporte stieg das Bruttoinlandsprodukt von Oktober bis Dezember um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet.

Im Sommer hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht. Das nun etwas geringere Wachstum sei aber „nicht der Rede wert“, sagte der Chefökonom vom Bankhaus Lampe, Alexander Krüger. „Der deutsche Wachstumsturbo ist und bleibt eingeschaltet.“

Im Gesamtjahr 2017 legte Europas größte Volkswirtschaft um 2,2 Prozent zu, bestätigten die Statistiker ihre Schätzung von Januar. Das ist das kräftigste Wachstum seit 2011.

Der Aufschwung mündet bislang nicht in einer starken Inflation. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem die Teuerungsrate im Dezember noch 1,7 Prozent betragen hatte.

Die Inflation liegt damit weiter unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, die die Europäische Zentralbank als ideal für die Wirtschaft ansieht. Wegen der auch im gesamten Euro-Raum niedrigen Inflation will die EZB ihre Nullzinspolitik in diesem Jahr fortsetzen.

Impulse beim Wirtschaftswachstum kamen im Schlussquartal überwiegend aus dem Ausland: „Nach vorläufigen Berechnungen legten die Exporte im vierten Quartal 2017 stark zu“, so die Statistiker. Während der Staat seine Konsumausgaben erhöhte, lag der private Verbrauch in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Unternehmen investierten in Maschinen und Anlagen etwas mehr als zuletzt – in Bauten hingegen etwas weniger.

Das Ifo-Institut erwartet in diesem Jahr ein noch stärkeres Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent. Die Exporteure profitieren vom anziehenden Welthandel, weshalb viele Unternehmen wieder mehr investieren. Auch der private Konsum dürfte angesichts von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen eine Konjunkturstütze bleiben.

Das Weltwirtschaftsklima sei so gut wie seit Herbst 2007 nicht mehr. Das entsprechende Barometer des Ifo-Instituts stieg im ersten Quartal auf 26,0 Zähler von 17,1 Punkten, wie die Forscher am Mittwoch mitteilten. „Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich ebenfalls außerordentlich. Der weltweite Aufschwung verfestigt sich“, so Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Das Klima verbesserte sich laut Ifo in allen Weltregionen. Die Beurteilung der aktuellen Lage sowie die Erwartungen stiegen dabei insbesondere in den USA, in der Europäischen Union und in den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern äußerst stark an. In Lateinamerika verbesserte sich die Lageeinschätzung beträchtlich, jedoch verschlechterten sich die Erwartungen etwas.

Die kurz- und langfristigen Zinsen werden den Experten zufolge in den nächsten sechs Monaten steigen. Sie erwarten eine deutliche Ausweitung des Welthandels. Der Preisniveau-Anstieg in der Weltwirtschaft dürfte sich demnach in den kommenden Monaten weiter beschleunigen.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Bruttoinlandsprodukt - Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

1 Kommentar zu "Bruttoinlandsprodukt: Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das kann nicht stimmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%