Bundesbank-Chef
Weidmann sieht Unabhängigkeit der Geldpolitik in Gefahr

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor einer zu starken Verflechtung der Geldpolitik mit der Fiskalpolitik in der Euro-Zone gewarnt. Dabei ist ihm vor allem das Staatsanleihen-Programm der EZB ein Dorn im Auge.
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VenedigBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor Gefahren für die Unabhängigkeit der EZB gewarnt. „Die Wahrnehmung, dass die Geldpolitik immer als letzter Problemlöser einspringt, ist gefährlich“, sagte Weidmann am Donnerstag in einer Rede in Venedig. Das könne in den Euro-Ländern die Anreize für Strukturreformen und eine solide Haushaltspolitik schwächen.

Weidmann kritisierte, dass durch das massive Staatsanleihen-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) das Eurosystem der nationalen Zentralbanken und der EZB zum größten Gläubiger der Mitgliedsländer aufsteige. Am Ende könne die starke Verknüpfung von Geld- und Fiskalpolitik den politischen Druck auf das Eurosystem erhöhen. „Und als Ergebnis könnte das die Unabhängigkeit der Geldpolitik gefährden“, warnte Weidmann, der auch Mitglied des EZB-Rats ist. EZB-Chef Mario Draghi hatte im Januar die Geldschleusen weit geöffnet und angekündigt, durch Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren gut 1,1 Billionen Euro in das Finanzsystem zu pumpen.

Weidmann ergänzte, wenn Kapitalmärkte dazu übergingen, die Währungsunion als ein System wechselseitiger finanzieller Hilfen in ernsthaften Krisensituationen anzusehen, sei dies gefährlich. „Zweifel hinsichtlich der Solvenz eines Landes könnten sich rascher auf die anderen Mitgliedsstaaten ausbreiten.“

Eine Fiskalunion steht Weidmann zufolge nicht auf der Tagesordnung. Das würde eine erhebliche Änderung der europäischen Verträge voraussetzen. Es gebe deshalb keine Alternative zur aktuellen Gestalt der Währungsunion. Daher sollte in der Eurozone auch nicht die gemeinsame Haftung ausgeweitet werden, sagte Weidmann. „Das bedeutet, dass wir die Initiativen verstärken sollten, sich an die Fiskalregeln zu halten.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesbank-Chef: Weidmann sieht Unabhängigkeit der Geldpolitik in Gefahr"

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  • "Am Ende könnte die starke Verknüpfung von Geld- und Fiskalpolitik den politischen Druck auf das Eurosystem erhöhen. „Und als Ergebnis könnte das die Unabhängigkeit der Geldpolitik gefährden“, sagte Weidmann."

    Wo lebt denn Herr Weidmann? Das mediterran-französische Modell der Staatswirtschaft hat sich längst durchgesetzt. Die Geldpolitik ist nicht mehr unabhängig. Das ganze bla bla dient nur noch dazu den (selbst-) Betrug zu vertuschen und dem dummen Wahlschafen zu verkaufen.

    Das Amalgam zwischen Finanzindustrie und Staat welches sich gegen den Widerstand aus Deutschland in schöner Vasallentreue zur US-Fed und ihren Eigentümern gebildet hat, ist bereits hochtoxisch und wird die ganz Europa (nur anfänglich süß) vergiften.

  • >> Dabei ist ihm vor allem das Staatsanleihen-Programm der EZB ein Dorn im Auge. >>

    Warum denn ? Man habe doch ausgerechnet, dass der GREXIT etwa 1,2 Bio. € kosten wird......dafür hat der Mafiosi-Draghi doch das Geld vorgesehen.

    Oder ist dieser Weidmann zu dusselig, um das zu begreifen ?

    Die Bundesbank ist mit der EZB so überflüssig wie ein Kropf !



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