China
Experten jubeln über steigende Preise

Überraschende Nachrichten aus Peking: In China sind die Preise entgegen aller Erwartungen im September gestiegen – erstmals seit fast fünf Jahren. Trotz einer nur minimalen Bewegung ist der Optimismus groß.

PekingDie chinesischen Produzenten haben im September erstmals seit knapp fünf Jahren höhere Preise durchsetzen können. Der Anstieg fiel mit 0,1 Prozent zwar nur minimal aus, wie das Statistikamt am Freitag bekanntgab. Doch das genügte, um an den Börsen die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur in der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft zu wecken – zumal Ökonomen mit einem weiteren Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet hatten.

Bei der NordLB sprach man von einem Ausrufezeichen. „Auch wenn heute kaum von einer überaus ausgeprägten Bewegung die Rede sein kann, darf die Signalwirkung nach unserer Auffassung nicht unterschätzt werden“, sagte ihr China-Experte Frederik Kunze. „Immerhin können Preisanstiege schuldengeplagten chinesischen Unternehmen über steigende Erträge eine willkommene Entlastung geben.“ Zuletzt warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Kreditblase. Bereits jetzt säßen die chinesischen Unternehmen auf einem Schuldenberg von 18 Billionen Dollar, was 169 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes entspreche. Um diese abbauen zu können, sind steigende Einnahmen notwendig.

Seit März 2012 sind die Erzeugerpreise stetig zurückgegangen. Den Experten zufolge gehen die steigenden Preise hauptsächlich auf Kohle und Stahl zurück. Der Vorrat ist wegen der Schließung von einigen Produktionsstätten geschrumpft, was wiederum die Preise in die Höhe treibt.

Eigenname: Volksrepublik China
Gesamtfläche: 9 572 900 km 2
Staatsform: Volksrepublik
Bevölkerung 2016: 1 382 Mio. Einwohner (Quelle:IWF)
Bevölkerungsdichte: 142,9 Einwohner/km 2
Mitgliedschaften: G20, Uno
Hauptstadt: Peking ((Beijing)
Währung: 1 Renminbi ¥uan (RMB.¥) = 10 Jiao = 100 Fen
Amtssprache: Chinesisch (Putonghua)

Bruttoinlandsprodukt 2014 (jew. Preise) : 9 469 Mrd. US$ (Quelle :IWF)
Exporte 2014: 2 342 Mrd. US$ (Quelle :WHO)
Importe 2014: 1 958 Mrd. US$ (Quelle :WHO)
Rohstoffe: Graphit, Antimon, Wolfram, Zink, Kohle, Eisenerz, Molybdän, Zinn, Blei, Quecksilber, Bauxit, Phosphatgestein, Diamanten, Gold, Mangan, Rohöl, Erdgas
Landwirtschaftliche Produkte: Reis, Mais, Süßkartoffeln, Weizen, Sojabohnen, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Jute

Die Gesamtverschuldung Chinas steigt deutlich

Verschuldung von Staat, Unternehmen, Finanzsektor und Privaten Haushalten
in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Inflationsrate

Veränderung der Verbraucherpreise zum Vorjahr in Prozent

Nominales Bruttoinlandsprodukt

Angaben in Billionen US-Dollar

Reales Bruttoinlandsprodukt

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

Dynamik der Änderung der Bevölkerungszahl China

Millionen Einwohner

Arbeitslosigkeit

in Prozent

Auch bei den Verbraucherpreisen zeigt sich eine Verbesserung der Wirtschaftslage. Die Inflationsrate legte im September im Vergleich zum Vorjahr auf 1,9 Prozent zu. Analysten hatten lediglich mit 1,6 Prozent gerechnet, nachdem sie im August noch bei 1,3 Prozent gelegen hatte und damit so niedrig wie seit zehn Monaten nicht mehr. Vor allem für Lebensmittel mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Die Preise zogen um 3,2 Prozent an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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