China
Peking vermeldet starke Abkühlung der Inflation

Schlechte Zahlen aus China: Nach dem starken Anzug der Inflation in Januar, sind die Preise im Februar wieder deutlich schwächer gestiegen. Die Erwartungen der Analysten werden deutlich verfehlt.
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PekingDie Inflation in China hat sich im Februar unerwartet stark abgekühlt. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 0,8 Prozent, wie das Statistikamt in Peking am Donnerstag mitteilte. Es war der schwächste Anstieg seit Januar 2015, wofür vor allem niedrigere Preise für Lebensmittel sorgten. Experten hatten dagegen mit einer Zunahme von 1,7 Prozent gerechnet. Im Januar war die Teuerungsrate noch auf 2,5 Prozent geklettert.

Dagegen schnellten die Erzeugerpreise im Februar um 7,8 Prozent in die Höhe. Das ist der höchste Wert seit September 2008. Experten verwiesen auf die hohen Preise für Stahl und andere Rohstoffe, die die Unternehmen zu Preiserhöhungen verleiteten. Steigende Staatsausgaben und der boomende Immobilienmarkt sorgen derzeit für eine wachsende Nachfrage nach vielen Rohstoffen. „Die Entwicklung ist eine gute Nachricht für Chinas Produzenten, deren Gewinnsituation sich entspannen sollte“, sagte Ökonom Stefan Große von der NordLB. Die Unternehmen sind auf höhere Einnahmen angewiesen, um ihren Schuldenberg abbauen zu können. „Produzenten verdienen mehr, was auch in Bezug auf die Verschuldungsproblematik ein entlastender Faktor sein sollte“, sagte Große.

Experten gehen nicht davon aus, dass die Zentralbank wegen Inflationsgefahren die Zinsen erhöhen wird. „Sollte die Geldpolitik gestrafft werden, dann vor allem wegen der Sorgen über Kreditrisiken“, sagte Ökonom Julian Evans-Pritchard von Capital Economics in Singapur. So dürften die Erzeugerpreise in den kommenden ein oder zwei Monaten ihren Höhepunkt erreichen, ehe der Druck hier wieder nachlasse.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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