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Chinas Wirtschaft: Der Konjunkturlokomotive geht die Puste aus

Die Stimmung in Chinas Industrie ist im August stärker gesunken als erwartet. Bisher scheinen die Maßnahmen der Regierung zu verpuffen. 2012 fällt das Riesenreich als Konjunkturmotor für die Weltwirtschaft aus.

Containerhafen von Shanghai. Die Konjunktur in China schwächelt. Quelle: dpa
Containerhafen von Shanghai. Die Konjunktur in China schwächelt. Quelle: dpa

PekingÜber Chinas Konjunktur brauen sich immer düsterere Wolken zusammen. So ist die Stimmung in Chinas Industrie im August noch stärker gesunken als zunächst ermittelt, wie die am Montag veröffentlichten endgültigen Daten des Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe zeigen. Das von der Großbank HSBC und dem Marktforschungsinstitut Markit berechnete Stimmungsbarometer sank von 49,3 Punkten im Vormonat auf revidierte 47,6 Punkte. In der Erstschätzung war noch ein Wert von 47,8 Punkten ermittelt worden.

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Die Daten lassen darauf schließen, dass sich die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter abkühlt. Mittlerweile verharrt der Einkaufsmanagerindex den zehnten Monat unter der Marke von 50 Punkten, die Wachstums- von Schrumpfkurs trennt.

Konjunktur Asien


In China zeige sich, dass eine Reihe von Maßnahmen der Regierung in Peking zur Ankurbelung der Wirtschaft bisher nur wenig Erfolg zeigen, hieß es von Fachleuten. „Verschiedene moderate Maßnahmen, inklusive Zinssenkungen, hätten die negativen Einflüsse der Euro-Schuldenkrise auf die chinesische Wirtschaft nicht ausgleichen können“, sagte Experte Christian Schulz von der Berenberg-Bank.

Allerdings verwies Schulz auch auf das immer stärkere Auseinanderlaufen der konjunkturellen Entwicklung in der chinesischen Industrie und im Bereich Dienstleistungen. Während die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe unter der Expansionsschwelle verharrte, habe sie bei den Dienstleistungen weiter zugelegt und stehe mittlerweile bei einem Indexwert von 56,3 Punkten, so der Berenberg-Experte weiter.

Insgesamt gehen Volkswirte der VP Bank aus Liechtenstein davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum in China weiter abschwächt. Im dritten Quartal dürfte die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft weniger wachsen als im zweiten Jahresviertel. Trotz der jüngsten konjunkturstützenden Maßnahmen lasse „die Trendwende im chinesischen Wachstum auch im dritten Quartal auf sich warten“. Die jüngsten Zinssenkungen hätten jedenfalls bisher keine Wirkung gezeigt.

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