Designierte EZB-Chefin: Lautenschläger wird Vize der EU-Bankenaufsicht

Designierte EZB-Chefin
Lautenschläger wird Vize der EU-Bankenaufsicht

Wie erwartet ist die designierte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger als Vize ins Bankenkontrollgremium der Europäischen Zentralbank vorgeschlagen worden.
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FrankfurtDie designierte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger soll Vizevorsitzende des neuen Bankenaufsichtsgremiums unter dem Dach der Notenbank werden. Der EZB-Rat habe die bisherige Bundesbank-Vizechefin offiziell für den Posten vorgeschlagen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwochabend mit. Lautenschläger fängt Anfang kommender Woche bei der EZB an. Chefin des Gremiums, das ab November die Großbanken in der Euro-Zone überwachen soll, ist die Französin Daniele Nouy.

Der EZB-Rat, dem Lautenschläger künftig angehört, kontrolliert die Arbeit Nouys und ihrer neuen Mannschaft und kann Entscheidungen im Zweifel kippen. Die neue Chefaufseherin Nouy und ihre Vize Lautenschläger kennen sich bereits seit Jahren unter anderem aus der Arbeit beim Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht und Regulierung.

Lautenschläger wechselt zur EZB, weil der bisherige deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen als Staatssekretär ins Arbeits- und Sozialministerium nach Berlin gegangen ist. Die 49 Jahre alte Juristin war seit 2011 Vizepräsidentin der Bundesbank und zuvor bei der Finanzaufsicht BaFin für die Aufsicht über die deutschen Großbanken verantwortlich. Wer für sie den Platz neben Bundesbank-Chef Jens Weidmann einnehmen wird, ist noch unklar. Eine Vorentscheidung für diese Personalie könnte schon bei der Koalitionsklausur in Meseberg bei Berlin fallen, die noch bis Donnerstag läuft.

Die Entscheidung des EZB-Rats für Lautenschläger war erwartet worden. Sie konnte sich damit gegen EZB-Vizepräsident Vitor Constancio und den Luxemburger EZB-Direktor Yves Mersch durchsetzen, die beide Anfang vergangenen Jahres von EZB-Chef Mario Draghi mit dem Aufbau der Bankenaufsicht bei der EZB beauftragt worden waren. Welche Aufgaben sie als Ersatz künftig bekommen, könnte sich schon kommenden Dienstag entscheiden. Dann tagt in Frankfurt das EZB-Direktorium turnusmäßig - das erste Mal ist dann auch Lautenschläger dabei. Wer als Nachfolger für Asmussen künftig für die Außenbeziehungen der EZB in dem sechsköpfigen Gremium zuständig sein wird, ist offen.

Medienberichten zufolge könnte dies der Franzose Benoit Coeure werden. Allerdings werden auch Constancio und Mersch Ambitionen nachgesagt. Denkbar ist auch, dass Draghi den belgischen Chefvolkswirt der Notenbank Peter Praet mit dieser heiklen Aufgabe betraut. Das letzte Wort bei der Ressortverteilung im EZB-Direktorium hat Draghi.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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